Die Pentax LX ist eine außergewöhnliche einäugige Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm (Format 24 x 36 mm), eine reinrassige Profi-Kamera für den Einsatz manuell fokussierbarer Objektive. Sie war von 1980 bis zum Ende des Jahrtausends das Flaggschiff des japanischen Herstellers Asahi. Pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum des Unternehmens setzte sie 1980 mit dieser von Grund auf neu konstruierten Kamera hohe Standards und bot außergewöhnliche technische Eigenschaften und umfangreiche Ausstattung. Die Bezeichnung „LX“ entspricht den lateinischen Buchstaben für die Zahl 60.
Das speziell gegen Wasser und Staub abgedichtete Gehäuse aus Aluminium mit K-Bajonett wiegt ohne den abnehmbaren Sucher nur 475 Gramm. Integriert in das Gehäuse ist eine raffinierte Belichtungstechnik. Die TTL-Offenblendemessung, hier genannt „IDM“ (Integrales Direkt Messsystem), misst die Lichtmenge unabhängig von Blende, Mattscheibe und Sucher während der Belichtung des Films, auch bei der Verwendung eines Blitzes. Die Messung erfolgt als mittenbetonte Integralmessung, sie findet sogar noch statt, wenn der Spiegel bereits hochgeklappt ist. Der Hybridverschluss ermöglicht Verschlusszeiten im manuellen Modus von 4 bis 1/2.000 Sekunden, „hybrid“, da die Kamera sowohl rein mechanisch ohne Batterie als auch mit elektronisch gesteuertem Verschluss (Batterie: 2 x SR-44) genutzt werden kann. Bei elektronischer Verschlusssteuerung stehen Verschlusszeiten von 125 Sekunden bis 1/2.000 zur Verfügung und Zeitautomatik (Blendenvorwahl). Der Verschlussvorhang ist aus Titan und läuft als Schlitzverschluss horizontal ab.
Das Sucherprisma ist abnehmbar, weitere fünf Sucher, unter anderem ein Schachtsucher und eine Sucherlupe, stehen zur Verfügung, ebenso 14 verschiedene Mattscheiben. Zum Programm gehören ferner Motor-Drive mit bis zu fünf Bildern pro Sekunde, Handgriff und verschiedene Rückwände. Das Museumsexemplar hat neben dem Sucherprisma eine Sucherlupe, einen Schachtsucher und eine weitere Mattscheibe. Es gab zwei Versionen der LX, die sich konstruktiv kaum und äußerlich nur durch die Form der Auslösersperre unterscheiden. Während das erste Modell einen nach vorn weisenden Sperrhebel hatte, verfügt das spätere Modell über einen kragenförmigen Ring um den Auslöser, so auch das Museums-Exemplar. Asahi hat während der langen Produktionszeit nur kleinere Optimierungen vorgenommen.
Das Museumsexemplar ist nicht mit einem zeitgenössischen Wechselobjektiv von Pentax ausgestattet, aber dem hohen Niveau dieser Kamera gemäß mit einem ultralichtstarken Porst Color Reflex MC Auto 1:1,2/55 mm mit der Seriennummer 011722.