Paul Albert Ferdinand Grundner, auch Grundtner (geboren 1852 in Berlin; gestorben 1919 ebenfalls in Berlin), war ein deutscher Fotograf. Grundners wichtigste fotografische Leistung bestand in der Entwicklung des Grundner-Verschlusses, eines Moment-Verschlusses für Fotokameras, der kurze Belichtungszeiten ermöglichte.
Zuverlässiger Momentverschluss für Atelierkameras
1878 meldete Paul Grundner seine „Vorrichtung an photographischen Apparaten, um die Wirkung des Objectivs beliebig aufhören oder eintreten zu lassen“ zum Patent an. Das Patent hatte allerdings nur kurz Bestand. Grundner hatte damit zwar nicht den Kameraverschluss für Momentaufnahmen erfunden, aber einen eigenen Bautyp entwickelt, der zuverlässiger funktionierte als Momentverschlüsse anderer Bauart, weswegen der Grundner-Verschluss noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg in die meisten Atelierkameras eingebaut wurde. Der Blasebalg ist – unser Bild – mit einem Gummischlauch durch eine Öffnung der Frontplatte mit dem Grundner-Hinterlinsen-Verschluss in der Kamera verbunden. Im Museumsbestand befindet sich eine ganze Anzahl antiker Studiokameras mit diesem speziellen Moment-Verschluss. Beispielsweise die OKA-Studiokamera aus der Tschechoslowakei.
Der Grundner-Verschluss in der OKA-Kamera in Betrieb (von der offenen Rückseite aus gefilmt): Mittels des Blasebalgs am Gummischlauch, der ins Innere der Kamera führt (Bild), kann der Fotograf durch einen beherzten Druck auf den Gummibalg die beiden Hälften der Verschluss-Halbkugel mehr oder minder lang geöffnet halten. Video: Kurt Tauber