Certo

Certo Plattenkamera 9 x 12 cm
Bild: Kurt Tauber

Das Certo Camera-Werk, Dresden, gegründet 1901, firmierte anfangs unter „Camerawerk Alfred Lippert und Carl Peppel“. 1904 konnte die Produktion bereits so gesteigert werden, dass sich das Unternehmen „Fabrik“ nennen durfte: „Peppel & Lippert Fabrik photographischer Apparate“. Im Jahr 1906 erfolgte die Umfirmierung in Certo Camera-Werk. Schon früh entwickelte das Unternehmen neben den damals üblichen Laufbodenkameras auch technisch Ausgefallenes: Im Jahr 1907 wurde eine als Damenhandtasche getarnte Laufbodenkamera auf den Markt gebracht, die Certo Damen-Camera, damals eine technisch ausgefeilte Konstruktion, heute eine von Sammlern begehrte Rarität.

Als Rollfilmkameras in Mode kamen, stellte sich das Unternehmen schnell um und bot verschiedene Modelle an, 1930 war Certo auch einer der ersten Produzenten der in Mode gekommenen 3 x 4-Kameras für Rollfilm. 1935 stellte Certo schon kurz nach dem Vorreiter Kodak Retina solide und technisch anspruchsvolle Kameras für Kleinbildfilm 135 vor: die Dollina und Super Dollina.

1945 wurde das Werk völlig demontiert, dennoch gelang es bereits 1948, eine verbesserte Super Dollina II und im Laufe der Jahre diverse Kameras für das Mittel- und Kleinbildformat auf den Markt zu bringen. Auch wenn das Unternehmen im Vergleich zu anderen Kameraherstellern in der DDR lange seine Eigenständigkeit behielt, wurde 1959 eine staatliche Beteiligung von 30 Prozent verlangt. 1972 wurde diese auf 100 Prozent erhöht, bis das Unternehmen 1980 im VEB Pentacon aufging. Von 1984 bis 1987 montierte man im Werk Exa-Kameras der ehemaligen Ihagee, zuletzt die Exa Ic.