Nippon Kogaku Tokyo hatte sich seit 1950 mit Messucherkameras und qualitativ hochwertigen Objektiven einen Namen gemacht, was in der professionellen Nikon SP seinen Höhepunkt fand. 1957 entschied man, sich auf die Entwicklung einer professionellen Spiegelreflexkamera zu konzentrieren und die Weiterentwicklung der Messsucherkameras zu beenden.
Das Gehäuse der F stammt von der Messsucherkamera Nikon SP
Das Kameragehäuse der Nikon F ist weitgehend identisch mit dem der Nikon SP. Der Titanvorhang, das Bildzählwerk, der Filmtransporthebel, der Selbstauslöser und vieles andere wurden übernommen. Der durch das Entfallen des Messsuchers gewonnene Platz wurde für die Spiegelreflex-Mechanik genutzt. Die größte Veränderung war der neue Nikon-F-Bajonett-Objektivanschluss, der sich bis heute bewährt hat.
Die ersten Nikon F wurden 1959 ohne Belichtungsmesser mit einem Pentaprisma- oder einem Lichtschachtsucher ausgeliefert. Ein externer Belichtungsmesser konnte über dem Rückspulknopf angebracht werden. Die Verschlusszeiten reichten über B und T von 1 bis 1/1.000 Sekunde. Es gab eine Möglichkeit zur Spiegelarretierung. Ein Drahtauslöser konnte über eine sogenannte Leica-Glocke angeschlossen werden. Zum Filmwechsel musste der Boden mitsamt Rückwand abgenommen werden.
Dazu war ein Langfilmmagazin mit bis zu 250 Bildern lieferbar, die Objektivpalette umfasste 1964 schon 22 Nikkor-Objektive mit Brennweiten zwischen 8 und 1.000 Millimeter.
Ab der Seriennummer 6400001 wurden bis zum Oktober 1973 zirka 865.000 (Quelle: Uli Koch) Kameras in Chrom und Schwarz verkauft. Das war nicht nur die erste 35-mm-Spiegelreflexkamera von Nikon, sondern auch die erste, für die es ein Shiftobjektiv gab.
Im Laufe der Jahre stand umfangreiches Zubehör zur Verfügung
Die hier vorgestellte Kamera ist die weitestgehende Entwicklung mit dem fortschrittlichsten Photomic-Sucher, dem Photomic FTn. Dieser zeichnet sich unter anderem durch mittenbetonte Helligkeitsmessung, automatische Anpassung der Filmempfindlichkeit an die maximale Blendenöffnung und im Sucher sichtbare Belichtungszeit aus.
Die im obigen Foto abgebildeten Zubehörteile im Detail:
Sucher Nikon Photomic FTn
Der Sucher Photomic FTn wurde 1967 als Nachfolgemodell für den Photomic FT auf den Markt gebracht. Neu war die automatische Anpassung der Filmempfindlichkeit an die maximale Blendenöffnung beim Objektivwechsel. Das Objektiv muss auf Blende 5,6 eingestellt werden und dann einmal bis zur maximalen und minimalen Blende gedreht werden. Die Verschlusszeit wird im Sucher angezeigt. Weitere Daten:
- TTL-Messung (Through the Lens)
- Mittenbetonte Helligkeitsmessung
- Automatische Anpassung der Filmempfindlichkeit (6 bis 6400 ASA) an die maximale Blendenöffnung bei Objektivwechsel (1,2 bis 32)
- Die Belichtungsmessernadel ist sowohl im Sucherfenster als auch außen (Fensterchen oben) sichtbar
- Verschlusszeit im Sucher sichtbar
- Korrekte Messwerte in Stellung B für 2 Sekunden oder Stellung T für 4 Sekunden
- Voreingestellte Kompensation für Transmissionsunterschiede der Mattscheiben
- Belichtungsmesserschalter, der als Batterietestknopf dient
- Zangenklemme und Druckknopfarretierung zur sicheren Anbringung
- Verwendbar für alle Nikon F ab Seriennummer 6900001 (ältere Modelle mussten angepasst werden)
Objektiv Nikkor-N Auto 1:2,8/24 mm, Seriennummer 265125
Starkes Weitwinkelobjektiv mit 24 mm Brennweite, F-Bajonettanschluss. Von dieser Ausführung wurden zwischen 1968 und 1971 etwa 44.800 Exemplare gefertigt.
Motor Nikon F-36 mit Batterie Pack Typ 2g
Nikon war das erste Unternehmen, das einen Motorantrieb als Standardzubehör für 35-mm-Kameras anbot. Der S-36 war das Motorantriebssystem, das für die Messsucherkamera S 2, SP und S 3 entwickelt wurde, und der F-36 war die logische Weiterentwicklung für die F-Modelle. Der Motorantrieb F-36 ist bemerkenswert leicht und kompakt. Bei Aufrüstung einer Nikon F musste die Bodenplatte samt Rückwand getauscht werden und der Motor auf die Kamera synchronisiert werden.
Er kann manuell oder per Fernbedienung, kabelgebunden oder funkgesteuert bedient werden. Anfangs bot Nikon für den S-36 und den F-36 nur einen separaten Akku als Stromversorgung an, brachte aber später – wie im Bild – ein kabelloses Modell mit integriertem Handgriff und zusätzlichem Auslöser auf den Markt.
Er bietet keinen automatischen Rückspulmechanismus, verfügt aber über einen Bilder-Countdown-Zähler. Auf der Rückseite befindet sich ein Auslöser, der durch Drehen auf Einzelaufnahme, Sperre oder Mehrfachaufnahme gestellt werden kann. Ein separater Wahlschalter dient zur Einstellung der Serienbildgeschwindigkeit. In Abhängigkeit von der Verschlusszeit sind 2, 2,5, 3 oder 4 Bilder je Sekunde möglich, 4 Bilder nur bei Spiegelvorauslösung. Stromversorgung: 12 Volt/400 mA Dauerstrom; kurzzeitig 1,8 A.
Auf der Rückseite der Kamera findet sich eine Tabelle, aus der die mögliche Serienbildgeschwindigkeit hervorgeht. Eine Blitzkopplung ist nur bei L und M 1 möglich. Die Serienbildraten:
- L = 2 Bilder/Sekunde bei Verschlusszeiten von 1/8 bis 1/1.000 Sekunde
- M 1 = 2,5 Bilder/Sekunde bei Verschlusszeiten von 1/60 bis 1/1.000 Sekunde
- M 2 = 3 Bilder/Sekunde bei Verschlusszeiten von 1/125 bis 1/1.000 Sekunde
- H = 4 Bilder/Sekunde bei Verschlusszeiten von 1/125 bis 1/1.000 Sekunde (nur mit hochgeklapptem Spiegel)
Photomic Illuminator DL-1
Für schwache Lichtverhältnisse gibt es als Zubehör eine kleine Beleuchtungseinrichtung, den Illuminator DL-1. Er wurde erst mit der Nikon F 2 eingeführt, funktioniert aber auch am Nikon F Photomic FTn-Sucher. Er wird am Sucherokular befestigt, und eine kleine, von einer Knopfzelle gespeiste Glühlampe beleuchtet die Anzeigenadel des Photomics.
Mehr Details zum Zubehör (in Arbeit):
- Nikon Photomic-Sucher, Seriennummer 849891
- Objektiv Nikkor-N 1:2,8/24 mm, Seriennummer 265125
- Nikon Motor Drive F-36, Seriennummer 157555, mit Batteriepack Typ 2 g mit Handgriff und Auslöser, Seriennummer 101088 (beide 1972)
- Nikon Photomic Illuminator DL-1 für Photomic-Sucher, Seriennummer 849891