Leitz Visoflex III Spiegelkasten

Bild: Gerhard Straszewski

Spiegelkasten für Leica-Kameras mit Bajonettanschluss, um einen Sucherblick durch das Objektiv zu ermöglichen. Sowohl Makroaufnahmen als auch die Anwendung von langbrennweitigen Teleobjektiven waren mit Messsucherkameras, im Gegensatz zu den aufkommenden Spiegelreflexkameras, nahezu unmöglich. Leitz brachte daher 1935 zusammen mit dem ersten Teleobjektiv einen Spiegelkasten auf den Markt, der, zwischen Kameragehäuse und Objektiv montiert, ein Sucherbild durch das Objektiv lieferte.

Nach dem Krieg kam dann 1951 unter dem Namen Visoflex I (OZUPO) ein überarbeitetes System mit umfangreichem Zubehör auf den Markt. 1959 folgte mit dem Visoflex II (OTYDO) eine kompaktere Version (Länge des Spiegelkastens: 40 mm) und 1963 das funktionell überarbeitete Visoflex III, das bis 1983 hergestellt wurde. Die Versionen I und II waren sowohl mit Schraubanschluss M 39 als auch mit Bajonett lieferbar, die Version III ausschließlich mit M-Bajonett. Speziell für Mikroaufnahmen ausgelegte Varianten gab es für Visoflex I (IFLEX) ab 1953 und Visoflex II (Micro-Visoflex II), bei denen mittels einer Wechselvorrichtung 2 verschiedene Sucherscheiben eingeschwenkt werden konnten.

Das Museumsmodell ist ein Visoflex III, produziert in den 1970er Jahren

Die Länge des Spiegelgehäuses wurde gegenüber dem Visoflex I auf 40 mm verringert. Durch den zusätzlichen Abstand zwischen Objektiv und Film werden mit den vorhandenen Objektiven zwar Nahaufnahmen begünstigt, eine Fokussierung auf unendlich ist aber nicht mehr möglich. Abhilfe schaffen modifizierte Objektive mit verkürztem Tubus. Des Weiteren können bei einigen Teleobjektiven die Köpfe mit der Optik abgeschraubt und mit passenden Adaptern ebenfalls am Spiegelkasten eingesetzt werden. An der auf der Oberseite angeordneten Mattscheibe kann wahlweise eine gerade 5-fach-Lupe oder ein 90°-Winkelsucher mit 4-facher Vergrößerung angesetzt werden. Die Betätigung von Spiegelschwenkung und Verschlussauslösung ist durch den seitlichen Hebel gekoppelt, die zeitliche Verzögerung ist mittels Stellschraube justierbar.

Unterhalb des Hebels können mit einem Drehknopf 3 verschiedene Spiegelfunktionen eingestellt werden, gekennzeichnet durch Farbpunkte: gelb: schnelle Spiegelrückkehr, schwarz: langsame Spiegelbewegung, rot: Spiegel in oberer Position arretiert. Das Kameragehäuse muss aus Platzgründen gerade angesetzt und mit einem Hebel am Spiegelkasten verriegelt werden.

Im Titelfoto ist ein Komplettset mit Leica M 4-2, Leitz-Balgengerät II, 90°-Lupe  und Leitz Telyt-V 1:4,8/280 mm abgebildet. Dieses Objektiv ist für Visoflex modifiziert und erlaubt auch in dieser Anordnung die Fokussierung auf unendlich.

Siehe auch: Leitz Micro Visoflex I.

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Weitere Informationen
Erstellt: 16.05.2026

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Objektdaten

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ID Sammlung Kurt Tauber
102865
Verwendungszweck
Objektiv für Fotokameras
Firma / Produktion
Land / Produktion
Western Germany
Objektive Kategorie/Typ
Spiegelkasten
Objektiv für Kameratyp
Kleinbild
Objektiv-Anschluss
Bajonett Leica M
Bildstabilisator Objektiv
nein
Verschluss im Objektiv
nein
Produktionszeitraum ab
1963
Produktionszeitraum bis
1983
Entstehungszeitraum Dekade
1960-1970
Abmessungen (ca. in cm)
9 x 11 x 4,8 (Spiegelkasten ohne Lupe)
Gewicht (g)
275 (Spiegelkasten ohne Lupe)
Gehäusematerial
Metall (Alu, Messing, Guss usw.)
Museumsobjekt Seriennummer
keine Seriennummer vorhanden
Museumsobjekt Zugangsdatum Jahr
2025
Nachlass (Herkunft)
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