Kodak Medalist II

Kodak Medalist II
Bild: Kurt Tauber

Eine der interessantesten Kodak-Kameras aus den USA: die Medalist II: ein 1,3 Kilo schwerer Klotz voller technischer Raffinessen, gebaut für die Ewigkeit. Im Juli 1941 stellte Kodak eine neue 6 x 9-Rollfilmkamera für den Filmtyp 620 der Öffentlichkeit vor: die „Medalist“ (zu deutsch etwa: „Medaillengewinner“). Sie hatte ein 5-linsiges Kodak Ektar 1:3,5/100 mm als Objektiv, das sich mittels zweier gegenläufiger Schneckengänge in Betriebsposition bringen und fokussieren ließ. Ihr Supermatic-Verschluss wurde als „der Welt genauester Verschluss“ angepriesen. Der Sucher hat eine automatische Parallaxen-Korrektur. Die Kamera wurde von Walter Dorwin Teague und Joe Mihalyi entworfen, die damals als Duo die meisten hochwertigen Kodak-Kameras entwickelten.

Das erste Modell wurde von verschiedenen Teilstreitkräften der US-Army im Zweiten Weltkrieg eingesetzt, als die großen Kamerahersteller Deutschlands und Japans auf der gegnerischen Seite beheimatet waren. In vielerlei Hinsicht war diese Kamera ideal für den militärischen Einsatz: Sie bestand aus robustem Metallguss, besaß einen recht widerstandsfähigen Mechanismus und lieferte zudem extrem scharfe Bilder mit großen Negativen. Außerdem ließ sie sich mit den richtigen Ersatzteilen und einfachem Werkzeug leicht reparieren.

Die Verschlusszeiten reichten von 1 bis 1/400 Sekunde (und B). Ein Selbstauslöser war beim ersten Modell auch vorhanden, ebenso ein eingebauter Entfernungsmesser „Military Type“ (mit ungewöhnlicher Funktionsweise). Die Rückwand ließ sich austauschen und mittels eines Adapters konnte man auch Platten und Filmpacks benutzen. Die erste Medalist war bis 1946 im Handel.

Dann wurde sie durch das Nachfolgemodell Medalist II – hier abgebildet und beschrieben – mit folgenden Verbesserungen abgelöst: Alle freistehenden Linsen des Ektars 1:3,5/100 mm (5 Elemente in drei Gruppen, Seriennummer E O 2196 waren vergütet (Kodak-typisches Symbol „L“ in einem Kreis für „lumenized“); Blitzlichtaufnahmen waren durch eine Synchronisationsbuchse gegeben. Bei Drehung am Verschlusszeitenring rasten jetzt die Zeiten ein. Die Medalist II – ebenfalls für 620er Rollfilm – blieb von 1946 bis 1952 auf dem Markt.

Die Buchstaben E und O in der Seriennummer codieren das Herstellungsjahr des Objektivs: „E“ steht für die 4, „O“ für die Ziffer 6. Das Objektiv wurde somit 1946 hergestellt, die Kamera wahrscheinlich auch. Das Museumsexemplar gehört also höchstwahrscheinlich zu den sehr frühen Modellen der Medalist II.

Weitere Ausstattung:

Der Verschluss (mit den gleichen Zeiten wie bei der Medalist I) ist beim Modell II ein „Flash Supermatic Shutter“ von Kodak.  Filmzählwerk, Filmmerkscheibe, Tiefenschärfeanzeige in eigenem Rundfenster auf der Oberkappe (gekoppelt mit dem Objektiv), Die Entfernungseinstellung des Objektivs besitzt eine Markierung zur Verwendung von Infrarotfilmen. Anschluss für Drahtauslöser; Filmtransport und Verschlussaufzug gekoppelt. Federnd gelagertes Filmfenster in der Rückwand, sodass man es nicht versehentlich offen lassen konnte. Zwei Stativanschlüsse 1/4 Zoll im Boden, zwei massive angeschraubte Ösen an der Frontseite für einen Trageriemen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google AdSense. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen
Erstellt: 21.05.2026

Anzeige:

Objektdaten

Tipp: Wenn Sie einzelne oder mehrere Merkmale auswählen, können Sie unsere Datenbank nach Objekten mit gleichen Merkmalen durchsuchen

Fotoapparate analog Kategorie/Typ
Rollfilmkamera
Marke
Firma / Produktion
Land / Produktion
USA
Fotografischer Film / Konfektion (Foto)
620 Rollfilm (PB 20)
Negativformat fotografischer Film
6 x 9 cm
Filmtransport
manuell
Entfernungsmesser
ja
Belichtungsmesser
nein
Belichtungssteuerung
manuell
Marke Objektiv
Objektiv-Anschluss
Objektiv fest eingebaut
Lichtstärke (bei Festbrennweite)
1:3,5
Festbrennweite (mm)
100
Kleinste Blende
32
Fokussierung
manuell
Bildstabilisator Kamera
nein
Marke Verschluss
Verschlusstyp
Zentralverschluss
Verschluss manuelle Belichtung
B
Verschluss längste Zeit
1 s
Verschluss kürzeste Zeit
1/400 s
Blitz
Zubehör mit Kabelkontakt
Datenrückwand
nein
Produktionszeitraum ab
1946
Produktionszeitraum bis
1953
Entstehungszeitraum Dekade
1945-1950
Gehäusematerial
Metall (Alu, Messing, Guss usw.)
Abmessungen (ca. in cm)
14 x 10,7 x 13,5 (Objektiv ganz ausgefahren)
Gewicht (g)
1302
Museumsobjekt Seriennummer
30276
Museumsobjekt Zugangsdatum Jahr
2026
Nachlass (Herkunft)
Andere Objekte mit den gewählen Filterkriterien finden:
Suche starten