Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung, heißt es ja. Demnach können die Erbauer der Leica wirklich stolz auf ihr Produkt sein. In fast allen Ländern mit Firmen, die Fotoapparate bauen, hat man sich an Leica-Kopien, -Nachempfindungen oder gar an -Fälschungen versucht. Am bekanntesten die russischen Kopien, am erfolgreichsten die Nachbauten von Canon und vor allem Nikon. Und natürlich haben es auch die Chinesen versucht, etwa von 1959 bis 1963 mit der vorliegenden Shanghai 58-2, einer Messsucherkamera für den Kleinbildfilm 135 (Aufnahmeformat 24 x 36 mm). Die Schärfe wird wie beim Vorbild Leica per Hand eingestellt (Mischbildentfernungsmesser). Der mechanische Schlitzverschluss (mit Langzeitenrad) reicht von 1 bis zur 1/1.000 Sekunde und besitzt die Einstellungen T und B. Der Objektivanschluss hat das M-39-Leica-Schraubgewinde, das Objektiv – hier ein Normalobjektiv 1:3,5/50 mm – ist versenkbar. Der einfach gehaltene Blitzschuh (ohne Andruckfedern) ist mit drei Schrauben befestigt. Die Beschriftung auf der Oberkappe ist auf Chinesisch ausgeführt, die Seriennummer beträgt 5863575. Gebaut wurden etwa 60.000 Exemplare dieser Ausführung.
Vom Vorgängermodell Shanghai 58-I aus 1958 wurden nur 2.000 Stück gefertigt. Diese Kamera sah wirklich aus wie eine Leica IIIf und wurde dann durch die einfachere 58-II abgelöst, die keine zwei unabhängigen Messfenster für die Entfernungsmessung mehr hatte.