Es gibt Fotoapparate, von denen kann man nur träumen: Irgendwann so ein technisches Wunderwerk zu besitzen und damit die tollsten Fotos zu machen. Und dann gibt es Apparate wie diesen hier, mit dem man die tollsten Fotos machen könnte, sich aber nicht traut, weil man so etwas Schönes unbedingt vor Fingerabdrücken, Kratzern oder Schlimmerem bewahren will: die Nikon FA Gold „Camera Grand Prix ’84“.
Weltweit nur 2.000 Exemplare am Markt
Dieses limitierte Sondermodell der beliebten Spiegelreflexkamera Nikon FA wurde 1984 für den japanischen Markt in 2.000 Exemplaren hergestellt (manche Quellen gehen von geringeren Stückzahlen aus), nachdem die FA mit dem renommiertesten Preis der Kamerabranche, dem „Camera Grand Prix ’84“, ausgezeichnet worden war. Das Gehäuse dieser Kameraversion ist mit Gold überzogen – und zwar mit echtem Gold.
24-karätiges Gold und Eidechsenleder auf dem Body
20 Hauptteile des Gehäuses sind mit 24-karätigem Gold mit einer Dicke von 5 µm plattiert. Selbst die Objektivabdeckung trägt vergoldete Schriftzüge – ein beeindruckendes Meisterwerk der Handwerkskunst. Auch das Objektiv ist mit einem Goldring versehen. Die sonst verwendete Gehäusebelederung aus Kunstleder wurde hier durch exklusives rotbraunes Eidechsenleder ersetzt. Sogar der Knopf über der Achse, an der der Transporthebel befestigt ist, wurde so aufwändig verziert.
Präsentationsbox aus Paulowniaholz
Zum Verkaufsstart in Japan enthielt das Set eine Nikon-Clubmitgliedschaft, ein Nikon-Ledertuch und eine Nikon-Geldbörse und wurde in einer Präsentationsbox aus Paulowniaholz mit rotem Samtbezug geliefert. Paulowniaholz (auch bekannt als Kiri oder Blauglockenbaum) ist ein Spezialholz, das besonders für Leichtbau und Formstabilität geschätzt wird. Zusammengehalten wird die Box aus einem Ensemble aus Bändern, die wohl in verschiedenen Farben verwendet wurden.
Weltweite Garantie ein Jahr ab Kaufdatum
Die hier beschriebene Version der Gold-FA, die den Weg nach Deutschland gefunden hat, kam in einer Box aus besagtem Paulowniaholz mit goldfarbener Beschriftung, die mit hellgrünen Bändern verschlossen war. Die Originalverpackung im Nikon-typischen Golddesign enthielt außer der Box auch eine deutsche Bedienungsanleitung der (normalen) Nikon FA, Infos über die weltweite Nikon-Garantie (ein Jahr ab Kaufdatum) nebst Garantieschein, ausgestellt ohne Datum von der „Nikon GmbH, West Germany“, sowie ein sechsseitiges Faltblatt über die speziellen Spezifikationen des Sondermodells. Für die Verwendung auf einem Stativ lag eine schwarze Scheibe aus Hartgummi bei, damit man den ebenfalls vergoldeten Boden der Kamera nicht versehentlich verkratzt. Sogar an eine passende Lithium-Batterie von Sanyo (Typ „CR-1/3N 3V“) wurde gedacht.
„Reine Vergoldung nimmt leicht Kratzer an“
Im Faltblatt finden sich entsprechende Tipps zur Behandlung und Pflege dieser Rarität: „Reine Vergoldung nimmt leicht Kratzer an. Zum Entfernen von Staub einen Blasebalg benutzen. Bei Verschmutzung durch Fingerabdrücke zuerst den Staub mit einem Blasebalg entfernen und anschließend mit dem mitgelieferten Spezialtuch die Vergoldung behutsam sauberwischen. Unter keinen Umständen ein anderes Tuch, auch kein Silikontuch, verwenden, weil ansonsten die Vergoldung zerkratzt wird.“ Das Eidechsenleder sei auch nach jeder Verwendung mit dem mitgelieferten Tuch zu reinigen, damit der Glanz des Spezialleders erhalten bleibe. Für die Aufbewahrung oder den Transport außerhalb der angestammten Holzschatulle lag eine dunkelrote Stofftasche bei. Und das Original „Nikon-Silikagel“-Tütchen durfte natürlich auch nicht fehlen.