Interessante Kamera für Rollfilm 127, Aufnahmeformat 4 x 6,5 cm, vermutlich um 1919 von August Nagel, Direktor von Contessa Nettel, auf den Markt gebracht. Sie ist eine Kopie der erfolgreichen Vest Pocket Kodak. Als Weiterentwicklung der Piccolette-Urversion A wurde die Version B (dieses Museumsmodell) mit einem klappbaren Brillantsucher in der Frontplatte rechts oben ausgestattet. Links oben ist jetzt das Contessa-Nettel-Firmenlogo eingraviert, der Schriftzug Piccolette wanderte unter das Objektiv. Die präzise Spreizenkonstruktion rastet in der Aufnahmeposition ein, die meisten der angebotenen Objektive sind Fixfokus-Konstruktionen. Das hier vorhandene Objektiv ist ein Contessa Nettel Nettar-Anastigmat 1:6,3/7,5 cm, kleinste Blende 36 (Seriennummer 331999) in einem Gauthier Derval-Zentralverschluss mit Zeiten von 1/25 bis 1/100 Sekunde sowie B und T. Der an der Frontplatte ausziehbare Rahmen bildet zusammen mit der an der Rückwand angebrachten Peilmarke einen einfachen Sucher. Bemerkenswert ist auch der herausziehbare Filmrollenhalter, der beide Filmrollen aufnimmt. An der Gehäuserückwand ist ein runder Deckel mit einer bajonettartigen Befestigung angebracht. Durch ihn wird bei eingefahrener Frontplatte ein Zugang zu der hinteren Objektivlinse möglich.