Seit Sommer 2026 „live und in Farbe“ im Deutschen Kameramuseum: das Großraum-Epidiaskop III S der Firma Ernst Leitz, Wetzlar, mit einem Gewicht von rund 300 kg, das ab den 1960er Jahren gewissermaßen auf Bestellung in verschiedenen Ausführungen gebaut wurde. Das Objektfeld bei der Verwendung als Episkop ist etwa 20 x 20 cm groß. Die Beleuchtung erfolgt normalerweise über vier 110-Volt-Lampen von 1.000 oder 1.500 Watt (die aus Gründen einer längeren Lebensdauer nicht mit mehr als 100 Volt betrieben werden sollen). Die Stromversorgung (380 Volt Drehstrom) ist allerdings auch für eine Gesamtleistungsaufnahme von 12 Kilowatt ausgelegt. Dann konnten auch Versionen dieses Apparats mit sechs Lampen á 1.500 Watt verwendet werden. Die Wahl und die Anzahl der Kondensoren hingen auch von der Projektionsentfernung und der Projektionsfläche ab und konnten so jeweils angepasst werden. Durch zwei Querstromgebläse wird das Epi-Objektfeld „intensiv gekühlt“, so die Beschreibung im Prospekt, der sich ebenfalls im Museumsarchiv befindet.
30-Kilo-Projektionsobjektiv mit einer Lichtstärke von 1:3,5 und 1.000 mm Brennweite
Besonders beeindruckend, außer der mannsgroßen äußeren Gestalt: das 30 Kilogramm schwere Projektionsobjektiv Leitz EPIS mit schier unglaublichen 1.000 mm Brennweite und einer hohen Lichtstärke von 1:3,5 – ein Exponat der Superlative. So ein vielbestauntes Objektiv – ohne Projektor – befindet sich schon seit Jahren im Deutschen Kameramuseum. Aber hier, montiert am dafür vorgesehenen Projektor, wirkt dieses Mammut-Objektiv noch viel imposanter.
Dabei hatte das Plecher Museum schon etwa im Jahr 2009 die Chance, so ein Riesen-Projektionsgerät von einer Münchener Hochschule zu erhalten. Aber bis der Transport organisiert werden konnte, war der Apparat vom dortigen Hausmeister schon entsorgt worden. 2026 hat es also geklappt.
Uni Köln: Riesen-Apparat „zum Verschrotten wirklich zu schade“
Von vorne: Im März 2026 meldete sich Diplomingenieur Peter Müller der Zentralwerkstatt der Universität zu Köln per E-Mail im Deutschen Kameramuseum, um uns dieses Monstrum von Projektor zur kostenlosen Abholung anzubieten. Man habe so einen Riesen-Apparat im größten Hörsaal der Uni stehen und man müsse ihn nun aus Platzgründen endlich loswerden. Zum Verschrotten sei der Apparat aber „wirklich zu schade“.
Das fanden die Museumsleute auch und so organisierte stellvertretender Fördervereins-Vorsitzender Andreas Wolf eine Abholung per Spedition und die Männer vom Plecher Bauhof brachten nach der Anlieferung den Kaventsmann an Ort und Stelle im Kassenbereich des Plecher Museums, wo er alle Besucher in seinen Bann zieht.
Siehe auch:
- Details und Finessen dieses Super-Exponats als pdf-Datei zum kostenlosen Download (coming soon)
- Das bisherige 1.000-mm-EPIS im Bestand, das schon alleine die Besucher beeindruckte