Ein Fotoobjektiv für das Großformat mit einem ungewöhnlichen Herstellungszeitpunkt, dem Jahr 1942. Dieses Xenar der Optischen Werke Jos. Schneider, Bad Kreuznach, hat vier Linsen in drei Gruppen, die Linsenkonstuktion ähnelt dem Tessar von Carl Zeiss Jena. Die größte Blendenöffnung ist 4,5 bei einer Brennweite von 240 mm. Es wiegt 950 Gramm, der Linsendurchmesser beträgt 54 mm. Ohne die abgebildete quadratische Objektivplatte ist es etwa 55 mm hoch bei einem Durchmesser des Tubus von 79 mm. Über einen Ring wird die Irisblende manuell bedient, die kleinste Blende ist 32.
Hergestellt 1942 – also mitten im zweiten Weltkrieg
Während des zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Optik- und Kamerahersteller verpflichtet, kriegswichtige Güter herzustellen. Die reguläre Produktion von Foto-Objektiven kam dabei zunächst teilweise, später ganz zum Erliegen. Das Museumsexemplar hat die Seriennummer 1814334 und ist demnach im Sommer 1942 gefasst worden. Das Museumsexemplar dürfte eines der wenigen Objektive sein, das in dieser dramatischen Zeit für das Großformat gefertigt worden ist. Schneider-Kreuznach hatte aber 1936 das Tochterunternehmen „Jos. Schneider & Co., Optische Werke, Göttingen“ (ISCO) gegründet, wo während des Krieges Spezialoptiken für militärische Zwecke gefertigt worden sind.