Objektiv mit Irisblende für militärische Großformatkameras (Luftaufklärung), hergestellt vor 1920, wahrscheinlich bereits im ersten Weltkrieg. Hersteller ist die Optische Anstalt C. P. Goerz in Berlin. Es hat die Seriennummer 400.072, wiegt 1.037 Gramm, ist 100 mm hoch und 122 mm breit. Der Tubus aus schwarz beschichtetem Messing misst im Durchmesser 87 mm, die Frontlinse 72 mm. Die Irisblende wird über einen Ring eingestellt, die kleinste Blende ist 15,5.
C. P. Goerz stellte auch Kameras für die militärische Luftaufklärung her. Dogmare mit den seltenen Daten des Museumsexemplars (Lichtstärke 1:3,5, Brennweite 250 mm) sind nach unserer Recherche in den Jahren 1917 und 1918 in so genannten Handkammern mit Pistolengriff („F. K. I„) eingesetzt worden, also in Luftbildkameras, die nicht fest im Flugzeug eingebaut waren. Bei anderen und späteren Kameratypen kamen sie nicht mehr zum Einsatz.
Alle Dogmare von Goerz für zivile Anwendungen haben vier Linsen in vier Gruppen. Da das Museumsexemplar für militärische Zwecke hergestellt worden ist, muss dies hier nicht der Fall sein, es hätte aber bei einer Änderung der Linsenkonstruktion nahegelegen, den Namen des Objektivs zu ändern. Objektive namens Dogmar gab es von C. P. Goerz für verschiedene Kameragrößen, mit verschiedenen Brennweiten und Lichtstärken, im Zivilbereich aber nicht mit der hohen Lichtstärke 1:3,5.