Leidolf

Die Firma Leidolf in Wetzlar wurde in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründet. Hergestellt wurden Präzisionsgeräte wie Ferngläser, aber auch Luftpumpen und Benzinfeuerzeuge. Fotoapparate kamen 1949 dazu. Firmengründer Rudolf Leidolf entwickelt mit Fritz Meinhardt, einem bei den Leitzwerken ausgebildeten Feinmechaniker, im Jahre 1949 zunächst das schlichte, aber solide Kameramodell Leidax. Die „Leidax aus Wetzlar“ klang ähnlich wie die ebenfalls in Wetzlar produzierte Leica von Leitz. Die Firma Leitz reagierte prompt. Wegen Namensrechtsstreitigkeiten musste die Leidax bereits Anfang 1950 in Leidox umbenannt werden. Leidolf beschäftigte etwa 80 Mitarbeiter.

Dennoch gelang es Rudolf Leidolf im Jahre 1958, sein Unternehmen, bisher „Rudolf Leidolf Optisch-mechanische Werkstätte“, umzufimieren und mit behördlicher Zustimmung nunmehr „Rudolf Leidolf Kamerawerk Wetzlar“ zu nennen. Hierzu muss man wissen, dass sich damals ein Unternehmen eigentlich erst ab einer Mitarbeiterzahl von 200 „Kamerawerk“ nennen durfte.

Bis 1962 organisierte Leidolf den Vertrieb der Kameras nicht selbst, sondern ließ dies durch die Firma Widina bzw. Wedena in Bad Nauheim besorgen, die sich beispielsweise auch um die Beschaffung von Zubehör wie Bereitschaftstaschen kümmerte, sodass sich der Kamerabetrieb voll auf Konstruktion, Entwicklung und Produktion konzentrieren konnte. Leidolf produzierte über einen Zeitraum von etwa 13 Jahren eine Vielzahl hochwertiger Kameras, die unter anderem in großer Zahl von Foto Quelle angeboten worden sind. Diese Zusammenarbeit endete Anfang der 1960er Jahre. Bald darauf schlossen sich auch die Werkstore des Kameraunternehmens.