Unscheinbare, aber technisch interessante und anspruchsvolle Kamera des Nürnberger Kameraherstellers Carl Braun aus dem Jahr 1958. Die Super Paxette II B L für Kleinbildfilm 135 ist mit einem gekuppelten Messsucher ausgestattet, die zweite Sucheröffnung ist unauffällig in das Messfeld des Belichtungsmessers integriert. Das Objektiv ist wechselbar, es hat ein M-39 x 1-Gewinde, ausgelegt auf einen Zentralverschluss. Hier ist es ein Prontor SVS, Verschlusszeiten 1 bis 1/500 Sekunde plus B. Der relativ große und helle Sucher hat drei Leuchtrahmen, so dass Objektive mit den Brennweiten 35, 50, 85/90 und 135 mm genutzt werden können. Montiert ist ein Schneider Optik Kreuznach Xenar 1:2,8/50 mm mit vier Linsen in drei Gruppen. Mit einem gekuppelten Belichtungsmesser, Blitzkontakt, Selbstauslöser und Bildzählwerk ist die Kamera bereits überdurchschnittlich gut ausgestattet, sie hat aber noch weitere Besonderheiten: Neben dem Schnellspannhebel gibt es einen weiteren, entsprechend funktionierenden Hebel, mit dem der belichtete Film zurückgespult wird, eine seltene Konstruktion. Der Auslöser befindet sich seitlich am Verschluss, der oben auf dem Gehäuse sichtbare Knopf dient zur Entriegelung des Rückspulvorganges.
Konstruktiv sind die Objektive dieses Kameratyps trotz des passenden Gewindes wegen kleiner Änderungen nicht für M-39-Kameras mit Schlitzverschluss (z. B. Leica, FED, Zorki) geeignet – und umgekehrt.