2018: „Leere Strände – eine Fotoreise“ (Leif Jacobsen / Stefan Lorenz)

Bild: Stefan Lorenz †

Leif Jacobsen und Stefan Lorenz † fotografierten die verlassenen Strände Friauls und Venetiens – Orte wie Grado, Bibione, Lignano, Caorle, Lido de Jesolo, Sottomarina oder Rosolina Mare.

Gähnende Leere

Nach dem „Karneval in Venedig“ und der Fotoschau zum Jubiläum „70 Jahre Polaroid“ kehrte Italien nochmals zurück ins Deutsche Kameramuseum im oberfränkischen Plech in Form von fotografisch festgehaltenen Szenen, wie sie die wenigsten Italienurlauber je gesehen haben: Bilder leerer Strände und verlassener Touristenattraktionen – Impressionen fast wie aus einer Geisterstadt. Die großformatigen Fotografien wurden von Leif Jacobsen und Stefan Lorenz in den Jahren 2015 bis 2017 jeweils Ende Oktober bis Anfang November an den verlassenen Stränden Friauls und Venetiens aufgenommen.

Es ist aber nicht wirklich wichtig, wo die einzelnen Bilder letztlich entstanden sind – die Szenen sind austauschbar. Daher waren die Fotos auch nicht mit einer Ortsangabe benannt. Sie sprechen für sich. Jedes einzelne. 

Dort, wo sich im Sommer Tausende von Touristen tummeln, herrscht ab Herbst gähnende Leere und ermöglichen damit Motive mit einem Hauch von „Lost Places“. Die Saison an der Adriaküste geht Mitte September zu Ende. Dann wird Vieles am Strand abgebaut beziehungsweise winterfest verpackt. Die Bilder entstanden also zu einem Zeitpunkt, als an den Stränden gearbeitet wurde, Vieles war bereits nicht mehr vor Ort, in erster Linie Kinderspielanlagen, Duschen, Garderobenhäuschen oder ähnliches. 

Die Gerätschaften werden im nächsten Jahr wieder benutzt und sind bis dahin verpackt oder weggeräumt, das Wasser der Duschen ist abgestellt. Es sind kaum noch Menschen am Strand. Wer dann noch hierher kommt, will nicht mehr baden, sondern sich nur etwas die Beine vertreten – in erster Linie also Menschen, die in den Urlaubsorten wohnen und leben. Wo im Sommer alle 100 Meter ein Strandcafé zum Verweilen einlädt, hat Ende Oktober noch ein einziges Café am Ort offen. 

Die Bilder veranschaulichen diese Stimmung mit einer entsprechend minimalistischen Bildsprache.