Im Grunde waren die Nikon-Messsucherkameras eine Contax II mit einem Leica-Verschluss. Sie wurden von Masahiko Fuketa konstruiert (1913-2001; später Nikon-Vizepräsident und Vorstandsmitglied). Das anfangs beim Kleinbildfilm 135 verwendete Filmformat von 24 x 32 mm wurde als Nippon-Format deklariert. Es passte gut zum Seitenverhältnis der Fotopapiere und erlaubte 40 Aufnahmen pro Filmspule. Der Export von Kameras, die dieses Format verwendeten, war nicht möglich, da es außerhalb Japans nicht als Standard akzeptiert wurde und die Filme nicht durch Marktführer Kodak (Entwicklungsmaschinen, Kodachrome-Diarahmen) verarbeitet werden konnten. Das war auch der Grund, warum die Kameras nicht in den PX-Shops für US-Armeeangehörige im besetzten Japan angeboten wurden. Nur wenige Exemplare wurden nach Amerika exportiert.
Das ursprüngliche Nippon-Format wurde 1949 mit der Einführung der Nikon M auf 24 x 34 mm geändert. Ab der Nikon S 2 (1954) verwendete auch Nikon das 24 x 36-mm-Format.
Das Objektiv hier ist ein versenkbares Normalobjektiv Nikkor-H.C 1:2,0/5 cm, ein Fünf-Linser, mit der Seriennummer 811220. Die Seriennummer begann 1949 mit der Nummer 811 1, sodass dieses Objektiv also das 220. von ungefähr 2.000 produzierten ist. Über 50 Prozent der Objektive wurden mit dem Leitz-M-39-Gewinde hergestellt.
Berühmt durch den LIFE-Fotografen David Douglas Duncan
Nikon wurde durch den damaligen Kriegsreporter der Zeitschrift „LIFE“, David Douglas Duncan, weltberühmt. Duncan lobte die Qualität der Nikon-Objektive, die er mit Leica-Schraubanschluss an seiner Leica verwendete. Die Nikon-Optiken sollen den Erzeugnissen von Leitz und Zeiss überlegen gewesen sein.
Technische Daten: Eingebauter Entfernungsmesser, Innenbajonettsteuerung über Entfernungsrad, zweiter Außenbajonettanschluss, Tuchverschluss, abziehbare Rückwand, Filmtransportdrehrad, Rückspuldrehrad, feste Filmspulenrolle, Umschalter für A (Betrieb) und R (Rückspulen). Alte Verschlusszeiten: T, 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/20, 1/30, 1/40, 1/60, 1/100, 1/200, 1/500 Sekunde und B.
Der offizielle Serienstart der Nikon M war im März 1950. Auf der Oberseite ist das Markenlogo „Nippon Kogaku Tokyo“ eingraviert. Alle Gehäuse wurden in Chrom ausgeliefert. Es ist eine schwarze Kamera bekannt, die aber als Sonderanfertigung für die Zeitschrift „LIFE“ zu sehen ist. Zirka 3.300 Kameras wurden hergestellt, davon etwa 1.700 mit Blitz-Synchronkontakt.
Die „609“ der Seriennummer steht für den geplanten Produktionsbeginn September 1946
Bei den frühen Nikon-Kameras sind die ersten drei Zahlen typspezifisch. Die 609 steht für September (09) 1946. Das war der Monat und das Jahr des Entwicklungsbeginns der ersten Nikon, des Modells I, von der nur 759 Exemplare gebaut wurden. Die erste Nikon war die Nummer 609 1, die letzte Seriennummer der M-Nikon I war die 609759. Die hier vorgestellte Nikon M 6091496 ist die 737. Nikon M und die 1.496. produzierte Kamera der Marke Nikon überhaupt. Besonders relevant ist dabei, dass etwa 400 Kameras wegen Mängeln nie in den Handel kamen.
Heutzutage ist eine Nikon M extrem selten zu bekommen, hochpreisig und oftmals ein Spekulationsobjekt, egal in welchem Zustand. Das Museumsobjekt befindet sich in einem sehr guten Zustand.
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