Ein Monstrum von Studiokamera aus der Tschechoslowakei: Ganze 2 Meter hoch ist der schwarz lackierte massive Stativrahmen, in dem die antike Plattenkamera höhenverstellbar montiert ist. Und damit übertrumpft die OKA – so jedenfalls der Name auf dem angenagelten Typenschildchen – unsere anderen Studiokameras um etliches. Das Museumsexemplar mit dem Negativformat 18 x 24 cm hat einen Hinterlinsenverschluss mit „Blasebalg“, montiert ist ein Messingobjektiv mit der Bezeichnung „G. Rodenstock München Eurygon-Anastigmat 1:4,5/36 cm No. 950718“. Der Seriennummer nach dürfte es sich um eines der letzten Objektive der „Vorkriegs“-Serie (Ausführung in Messing) aus dem Jahr 1940 handeln, denn nach 1945 machte Rodenstock mit schwarz lackierten Objektiven ab der Seriennummer 2.000.000 weiter.
Über die Kamera und ihren Hersteller ist bislang wenig bekannt. Zu einer Marke OKA haben wir im ganzen WWW nichts gefunden. Auf der Plakette befinden sich zwei lesbare Zahlen: „9“ und „59“, was möglicherweise auch auf ein Produktionsdatum „September 1959“ hindeuten könnte, zumal auch in der damaligen DDR Großformatkameras dieser Bauart bis in die 1970er Jahre hinein gebaut wurden.
Mit dabei: das beliebte gelb-schwarze Kodak-Tuch, das die Fotografen damals über ihren Kopf und das Kamerarückteil stülpten, um die Mattscheibe gegen Fremdlicht zu schützen und so die Schärfe und die Bildkomposition besser beurteilen zu können.
„Made in Czechoslovakia“ war ein angesehenes Herkunftszeichen für Produkte, die bis zur Auflösung des Staates am 31. Dezember 1992 gefertigt wurden. Bekannt für Qualität in Branchen wie Glas, Porzellan, Maschinenbau und Waffen, genießt das Label heute nostalgische Wertschätzung. Es repräsentiert eine Ära hochwertiger Handwerkskunst, insbesondere zwischen 1918 und 1938.