Plattenkamera für Platten oder Planfilm im Format 9 x 12 cm, hergestellt von Orionwerk Aktiengesellschaft Hannover in den 1920er Jahren. Orion-Kameras waren in verschiedenen Ausführungen und Formaten auf dem Markt. Die Typen waren mit Zahlen, die Formate mit Buchstaben gekennzeichnet: B = 6,5 x 9, C = 9 x 12, D = 10 x 15, E = 13 x 18 cm. Das Museumsmodell trägt an der Gehäuseinnenseite oberhalb des Balgens einen Aufkleber mit der Zahl 22, jedoch ohne Buchstabe. Kadlubek vermerkt unter ORI0112 eine Rio 22 D (10 x 15), die in Art der Ausführung (z. B. Brilliantsucher mittig) diesem Museumsmodell sehr ähnlich ist. Der Buchstabenlogik nach würde es sich hier also um eine Rio 22 C handeln.
Das Museumsmodell ist bestückt mit einem Doppel-Anastigmat Helioplan 1:6,8/135 mm von Meyer Görlitz (Seriennummer 305321). Der Ibso-Verschluss, produziert bei Gauthier, arbeitet mit Zeiten von 1 bis 1/100 Sekunde, sowie B und T; er muss nicht separat gespannt werden. Kleinste Blende: 36, alte Blendenreihe. Zur Fokussierung steht an der linken Seite eine Meter-Skala zur Verfügung. Die Objektivstandarte muss anfangs auf die Unendlich-Marke eingestellt werden, danach verschiebt sich der Auszugsschlitten per Zahntrieb. Der Gesamtauszug entspricht der doppelten Brennweite. Die Objektivstandarte kann vertikal um +/- 15 mm, horizontal um +/- 10 mm verstellt werden.
Siehe auch: Plattenkamera 9×12.