Die Pentax Electro Spotmatic war die weltweit erste 35-mm-Spiegelreflexkamera mit einem vollständig elektronischen Verschlusssystem. Sie wurde 1971 auf den Markt gebracht und ausschließlich in Japan verkauft. Die Elektronik wurde während des gesamten Produktionsjahres ständig überarbeitet, was die Kamera im Grunde zu einem Prototyp machte. Das Museums-Exemplar stammt aus den Beständen, die Pentax Europa professionellen Fotografen zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Und schnell stellten sich Probleme bei der Zuverlässigkeit dieses neuen elektronischen Verschlusses heraus. Die Journalisten waren somit die fachkundigen Tester für das neue Modell, das es nur 1971 gab und es nie in den Handel nach Europa geschafft hat. Das Museumsexemplar stammt aus der Sammlung des ehemaligen Hamburger Pentax-Managers Hans-Werner Albrecht. Die Electro Spotmatic wurde von Dr. Minoru Suzuki entwickelt, damals Chefdesigner und später Chairman von Asahi Optical Co. Ltd., dem Hersteller der Pentax-Kameras.
Stufenlose automatische Einstellung der Verschlusszeit
Bei Einstellung der Verschlusszeit auf „Automatik“ nutzte sie einen stufenlosen Verschluss. Die Speicherelektronik berechnet und liefert automatisch eine unbegrenzte Anzahl von Belichtungszeiten zwischen 8 Sekunden und 1/1.000 Sekunde. Wenn für die korrekte Belichtung beispielsweise 1/555 Sekunde erforderlich ist, wird genau diese Zeit eingestellt.
Die Electro Spotmatic verwendet die Super-Multi-Coated-Takumar- und SMC-Objektive für die Offenblendenmessung. Der Sucher bleibt unter allen Bedingungen hell, was das Fokussieren erleichtert. Bei älteren Objektiven ohne Kupplung für die Offenblendenmessung bieten die Electro Spotmatic, ES, ES II und Spotmatic F eine Arbeitsblendenmessung über den bekannten Schalter in der Nähe des Objektivanschlusses. In jedem Fall wird der Belichtungsmesser durch leichtes Antippen des Auslösers aktiviert. Diese Funktionen machen die Kamera etwa 6,5 mm höher und nur 170 Gramm schwerer als die Spotmatic F.
In Chrom nur als Sonderbestellung
Die Standardfarbe der Electro Spotmatic war Schwarz, was eine Abweichung von früheren Pentax-M-42-Gehäusen darstellte, bei denen Schwarz eine Sonderbestellung war. Bei der ES und ES II hingegen war die verchromte Version eine Sonderbestellung.
Die ES wurde 1972 mit den Verbesserungen aus den Praxiserfahrungen mit der Electro Spotmatic veröffentlicht und verfügte über eine vollständig überarbeitete Elektronik, die die Zuverlässigkeitsprobleme der Electro Spotmatic beseitigte. Der Name wurde auf der Vorderseite des Gehäuses auf ES verkürzt.
Weitere technische Daten
Einäugige Spiegelreflexkamera für den Kleinbildfilm 135 (Aufnahmeformat 24 x 36 mm). Das Museumsexemplar ist ausgerüstet mit dem lichtstarken Normalobjektiv SMC Takumar 1:1,4/50 mm (Seriennummer: 6483115). Dachkantprismensucher, Sucherbild mit Mikroprismenraster und Verschlusszeitenskala mit Messnadel sowie Batterieprüfindex. Mechanischer Selbstauslöser. CdS-Belichtungsmessung (TLL) bei offener oder Arbeitsblende; Integralmessung. Getrennte Synchronkontakte für X und FP; zusätzlicher Mittenkontakt im Zubehörschuh; X-Synchronzeit: 1/60 Sekunde. Stromversorgung: 1 x 6-Volt-Batterie V 28 PX (ungewöhnlicherweise in der Frontseite neben dem Objektiv eingebaut).
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