Rollei RF 100 Modulares Bildverstärker-Beobachtungsgerät

rollei rf 100 (3)
Bild: Kurt Tauber

Wieder ein ganz besonderes Exponat im Deutschen Kameramuseum: das “Modulare Bildverstärker-Beobachtungsgerät RF 100” der Rollei Fototechnik GmbH & Co. KG, Bereich Sondertechnik, Braunschweig (Oktober 1982 bis Ende 1987). Dass dieses Objektiv etwas ganz Besonderes ist, geht auch aus der Beschreibung im “Rollei-Report” von “Rollei-Papst” Claus Prochnow hervor: Das Gerät (dort erwähnt unter “PR 662”) war offenbar nur für Sicherheitsdienste und Militär zu haben und deshalb auch nirgends in den üblichen Katalogen gelistet.

Verkauft werden durfte es nur mit ausdrücklicher Genehmigung durch die Bundesregierung. Dann kostete es um die 18.000 DM. Geliefert wurde es im robusten Koffer mit Handbuch, Pistolengriff, Ersatzbatterien und den diversen Adaptern sowie einem Normalobjektiv Rollei HFT 1:1,4/50 mm. Als Kamera diente meist eine Rolleiflex 3003 oder eine SL 2000 F, möglich war aber auch der Anschluss einer CCD-Videokamera oder einer Großfeldlupe zur direkten Betrachtung des grünlichen Motivs.

Das Gehäuse aus massivem Metall hat unten einen Stativanschluss (auch für den Handgriff) und oben ebenfalls ein Stativgewinde, vermutlich für Zubehörteile. Insgesamt gibt es nur zwei Bedienungselemente, beide auf der Rückseite: einen Drehregler “GAIN” für die Einstellung der Empfindlichkeit und den Ein-/Ausschalter (“ON”), der gegen versehentliches Einschalten bei Tageslicht erst gezogen werden muss (“PUSH”), bevor er nach oben geschwenkt werden kann.

Das Rollei RF 100 ist ein tragbares Nachtsichtgerät, das aufgrund seiner modularen Konzeption ein breites Anwendungsspektrum hat. Hauptbaugruppe ist der Träger der Bildverstärkerröhre mit Stromversorgung durch zwei in Reihe geschaltete 1,5-Volt Mignon-Batterien (AA), alternativ ist auf der rechten Seite eine Anschlussbuchse für 3 Volt Gleichstrom. Die verwendete 25-mm-Bildverstärkerröhre XX 1400 der zweiten Generation ermöglicht “taglichtähnliche Sichtbedingungen und somit den Einsatz des Gerätes bei Nacht, selbst bei bedecktem Himmel”, schwärmt der Prospekt. Dem Benutzer wird durch den Einsatz verschiedener optischer Komponenten eine optimale Anpassung des Geräts an die zu bewältigende Aufgabe ermöglicht.

Beim Museumsexemplar (Bild oben), das uns über Umwege über Clemens Cahn aus Hittberge bei Hamburg aus Braunschweig erreichte, fallen einige Unterschiede zum im Prospekt abgebildeten Serienmodell auf: Unser Exponat trägt keinerlei Beschriftung oder Typenbezeichnung und es hat statt eines üblichen Rollei-QBM-Bajonettanschlusses vorne nur ein M-42-Gewinde mit einem japanischen Wechsel-Objektiv Computar MC Zoom Macro 1:3,5-5,3/80-200 mm mit 72 mm Filterdurchmesser und der Seriennummer 200048.

Leider waren keine Adapter für andere Objektive und auch kein Adapter für den Anschluss an den rückwärtigen Bildgeber dabei, der ein Schraubgewinde von etwa 62 mm Durchmesser aufweist.

Objektdaten

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ID Sammlung Kurt Tauber
100742
Verwendungszweck
Objektiv für Filmkameras, Objektiv für Fotokameras
Objektive Kategorie/Typ
Restlichtverstärker
Firma/Produktion
Objektiv für Kameratyp
Kleinbild
Objektiv-Anschluss
Spezialanschluss
Fokussierung
manuell
Bildstabilisator Objektiv
Nein
Verschluss im Objektiv
Nein
Produktionszeitraum ab
1982
Produktionszeitraum bis
1987
Abmessungen (cm)
Etwa 110 x 110 x 75 mm über alles (nur der Body ohne Objektiv und Kamera)
Gewicht (g)
750
Produktionsstückzahl
Laut Claus Prochnow "kleinste Stückzahlen"
Museumsobjekt Seriennummer
ohne
Museumsobjekt Zugangsdatum Jahr
2023
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