Witt Iloca Rapid (1954)

Bild: Kurt Tauber

Interessante Sucherkamera (Version von 1954) für den Kleinbildfilm 135 (Aufnahmeformat 24 x 36 mm). Metallgehäuse; die Kappe und die Frontplatte sind aus Messing und verchromt. Manuelle Schärfeeinstellung, manuelle Belichtungssteuerung, Schnellschalthebel („Rapid-Aufzug“), Blitzanschluss PC-Buchse. Verschluss: Prontor SVS (B, 1 bis 1/300 Sekunde). Objektiv: Steinheil München Cassar (Seriennummer: 1321308). Auch ein Ilitar 1:2,8/45 mm war wahlweise lieferbar.

Im Vero-Verschluss kostete die Kamera 99 DM, mit dem Prontor-SVS von Gauthier lag der Preis bei 128 DM.

Veröffentlichung im Fotomagazin (1954) unter „Mitteilungen der Industrie“ (damalige Original-Schreibweise: „Jloca“, durchgesetzt hat sich aber „Iloca“):

Das Jloca Camera-Werk in Hamburg bringt zur Photokina 1954 die Jloca Rapid heraus. Bei ihr fällt besonders die Lösung des Schnelltransports ins Auge. Der Transporthebel sitzt auf der linken Kameraseite und ist zweiteilig, d. h. er hat eine Ruhestellung und eine Arbeitsstellung. Durch diese konstruktive Lösung wird eine besondere Handlichkeit erreicht. Der gekuppelte Schnellaufzug wird betätigt, indem der Transporthebel nur etwa 90 Grad zu bewegen ist. Während also die linke Hand ein Bild nach dem anderen transportiert, ist die rechte Hand ausschließlich mit dem Auslösen beschäftigt. Die Kamera hat eine volle Doppelbelichtungssperre und bietet in der gleichen Weise wie die Jloca Quick-Linie die Möglichkeit für gewollte Doppelbelichtungen.

Das automatische Filmzählwerk wird nur betätigt, wenn der Film wirklich transportiert wird, und zeigt so jede Art von Störungen im Filmtransport an. Auch arbeitet es nicht bei Doppelbelichtungen und zählt auf der anderen Seite weiter bei Rückspulung des Filmes. Hat man beispielsweise eine gewisse Anzahl von Bildern belichtet, setzt man für das Rückspulen das Zählwerk auf Null zurück und spult bis zur gleichen Zählnummer wieder vor. Das notwendige Tasten, ob der Film bereits aus der Spule herausgezogen oder der Film gar in die Kassette voll hineingespult ist, entfällt also.

Randnotiz:

Bei vielen Kleinbildkameras, vor allem moderneren Spiegelreflexen, öffnet man die Rückwand, indem man die Rückspulkurbel ganz nach oben zieht und dabei einen kleinen Widerstand überwindet. Die Iloca Rapid hat noch eine zusätzliche, mechanisch aufwändige Sicherung eingebaut: Wenn das Rückspulrad ganz oben ist, rastet es ein und man muss eine kleine Vorwärtsdrehung vollführen, dann klappt das Seitenteil (!) etwas auf und dann erst öffnet sich die Rückwand, die auf der anderen Seite ohne Scharnier nur eingesteckt ist.

Erstellt: 30.08.2025

Objektdaten

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ID Sammlung Kurt Tauber
101747
Fotoapparate analog Kategorie/Typ
Kleinbildkamera, Kleinbildsucherkamera
Firma / Produktion
Land / Produktion
Western Germany
Fotografischer Film / Konfektion (Foto)
Kleinbild 135
Negativformat fotografischer Film
24 x 36 mm
Filmtransport
manuell
Entfernungsmesser
nein
Belichtungsmesser
nein
Belichtungssteuerung
manuell
Objektiv-Anschluss
Objektiv fest eingebaut
Lichtstärke (bei Festbrennweite)
1:2,8
Festbrennweite (mm)
45
Kleinste Blende
16
Fokussierung
manuell
Bildstabilisator Kamera
nein
Verschlusstyp
Zentralverschluss
Verschluss manuelle Belichtung
B
Verschluss längste Zeit
1 s
Verschluss kürzeste Zeit
1/300 s
Blitz
Zubehör mit Kabelkontakt
Datenrückwand
nein
Produktionszeitraum ab
1954
Entstehungszeitraum Dekade
1950-1960
Gehäusematerial
Metall (Alu, Messing, Guss usw.)
Abmessungen (ca. in cm)
12,5 x 8 x 6,5
Gewicht (g)
505
Museumsobjekt Seriennummer
781633
Museumsobjekt Zugangsdatum Jahr
2025
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