Das Deutsche Kameramuseum in Plech freut sich über eine weitere großherzige Spende eines prominenten deutschen Photographica-Sammlers: Der in der Nikon-Liebhaber-Szene wohlbekannte und international bestens vernetzte Sammler Lutz Steinfurth aus Wassenberg im Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) - im Bild vor einem kleinen Teil seiner Preziosen - überließ uns Ostern 2026 auf einen Schlag 10 ausgesprochene Raritäten aus seinen Schätzen und arbeitet jetzt auch aktiv im Vorstand des Fördervereins als Beisitzer mit.
Das Deutsche Kameramuseum besitzt eine der ältesten Nikon-Kameras
Dieses Foto zeigt eines der interessantesten Exponate im Deutschen Kameramuseum: eine sehr frühe Messsucherkamera Nikon M aus Japan samt Original-Ledertasche und -Karton. Die letzten drei Ziffern der Seriennummer M 609890 aus dem Jahr 1949 bedeuten nämlich: die 890. aller jemals produzierten Nikons! Die „609“ ist nicht Teil der Nummerierung, sondern nur eine interne Typ-Bezeichnung. Dazu muss man wissen, dass sogar etwa 400 Kameras wegen Mängeln nie in den Handel gekommen sind. Bild: Kurt Tauber
"Eine Möglichkeit, meine Sammlung für die Nachwelt zu erhalten"
Seine Person und seine Beweggründe, das Deutsche Kameramuseum in Plech mit dieser Gerätespende und durch seine Mitarbeit zu unterstützen, beschreibt Lutz Steinfurth selbst so:
„Geboren bin ich 1960, also vor gut 65 Jahren, in Mainz und in der Landwirtschaft groß geworden. Heute bin ich Pharmazeut im Ruhestand, mit einer tollen Frau verheiratet; 4 erwachsene Töchter, 4 Enkel.
Durch den Großvater zur Fotografie
Mein Großvater war gelernter Uhrmacher und begeisterter Hobbyfotograf. Durch ihn habe ich das analoge Fotografieren, das Entwickeln, Vergrößern und Belichten von Schwarzweißfilmen gelernt. Außerdem das Reparieren von mechanischen Kameras und Objektiven. Ich durfte als Kind mit einer einfachen Nikomat FT fotografieren (Damals gab es noch die Rechtsprobleme wegen der Ähnlichkeit des Namens Nikon zu Zeiss Ikon.) Mein Großvater hat mir einige Kameras und Objektive vererbt, unter anderem eine Nikon SP, eine Nikon F und eine Canon AE-1, jeweils mit mehreren Objektiven und Zubehör.
Weitere Kameras habe ich auf Flohmärkten und durch lokale Zeitungsanzeigen zusammengekauft. Ebay gab es noch nicht und Auktionen waren für mich als selbständigen Familienvater nur schwer zu erreichen.
Dank Google schon früh Kontakt zu Robert Rotoloni von der Nikon Historical Society
Dann kam das Internet mit BTX auf, noch ohne Suchmaschinen. Trotzdem erstand ich meine erste Kamera aus Schweden. Ich weiß gar nicht mehr, wie das zustande kam. Als es dann Google gab, fand ich als ersten begeisterten Nikon-Messsucher-Anhänger Robert Rotoloni, der 1983 die Nikon Historical Society in den USA gegründet hatte. Das muss irgendwann um 2011 gewesen sein.
Er hatte mehrere Bücher über die Nikon-Messsucher geschrieben. Seit dieser Zeit sind wir mehr oder weniger regelmäßig in Kontakt. Das Gleiche gilt für Uli Koch aus Deutschland. Er hat mehrere Bücher über analoge Nikon-Kameras, Objektive und Zubehör veröffentlicht.
Auch Nico van Dijk in den Niederlanden möchte ich erwähnen, mit dem ich gerne in regem Kontaktaustausch, vor allem bezüglich der Objektive, stehe. Außerdem Roland, dessen Nachnamen ich nicht weiß, aber dessen Datenbank der Objektive ich gerne nutze und dem ich dann meine Objektivdaten schicke. Dank dem Internet bin ich heute mit über 2.000 Nikon-Freunden, Fotografen und Analogfotografie-Enthusiasten vernetzt.
Bis auf ein paar Raritäten ist meine Nikon-Sammlung jetzt komplett
Seit 2011, auch dank ebay, konnte ich meine Sammlung ausbauen. Inzwischen haben sich 180 Nikon I, M, MS und frühe S (609) angesammelt. Zwar sind die Messsucherkameras mein besonderes Hobby, aber auch die Spiegelreflexkameras haben mich schon immer begeistert. Bis auf ein paar extreme Raritäten ist meine Nikon-Sammlung komplett. Dabei bin ich meiner Frau und meiner Familie sehr dankbar, dass sie mich vorbehaltlos bei meinem Hobby unterstützen.
2025 bin ich auf das Deutsche Kameramuseum in Plech aufmerksam geworden, getragen von einem sicher (noch) kleinen Verein, hinter dem die Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber in der Verwaltung der Marktgemeinde Plech steht. Es sind durchaus auch junge Mitglieder vorhanden. Das ist mehr als positiv! Langsam komme ich in die Jahre und muss überlegen, was ich mir für meine Sammlung wünsche. Ich persönlich möchte nicht, dass die Sammlung zerfleddert wird und in alle Himmelsrichtungen verschwindet.
In dem Deutschen Kameramuseum sehe ich langfristig eine Möglichkeit, meine Sammlung für die Nachwelt in meinem Sinne zu erhalten.“
Einige der wichtigsten Nikon-Exponate aus der Spende Steinfurth
Der Mausklick auf ein Vorschaubild führt zur ausführlichen Vorstellung der abgebildeten Kamera nebst Zubehör: