Friedrich Lothar Gschrey, Rohrbach

Bild: Kurt Tauber

Seit Januar 2025, also ein ganzes Jahr, arbeiteten die Macher des Deutschen Kameramuseums in Plech an der Sichtung, listenmäßigen Erfassung und Veröffentlichung wenigstens von ein paar Dutzend der erlesenen Schmalfilmkameras aus der Zustiftung Liliane Gschrey, die dem Museum den Nachlass ihres Großvaters überließ. Hier als „Appetithäppchen“ die kleinste und die größte Filmkamera aus der Spende Gschrey: die Bolsey 8 aus den USA („Kleinste Filmkamera der Welt“) und die 16-mm-Profikamera Pentacon AK 16 aus der früheren DDR.

250 erlesene Schmalfilmkameras auf einen Streich

Von Highlights aus West-Europa über US-Pretiosen bis zur Pentacon AK 16 aus der DDR

Auf einem halben Dutzend Tapeziertischen breiteten die Aktiven des Fördervereins Deutsches Kameramuseum in Plech nach der Abholung der in Bananenkartons verpackten Filmkameras in einem Museumssaal aus, um sie erst einmal genauer zu sichten und zu sortieren. Dabei kamen ungeahnte Schätze zutage wie zum Beispiel zwei Exemplare der ersten Schmalfilmkamera für Tonaufnahmen aus den USA. Hier einige der Exponate beim Sortieren. Video: Kurt Tauber

Friedrich Lothar Gschrey: Leidenschaftlicher Sammler und Filmer

Beeindruckend aus jedem Blickwinkel: Diese 16-mm-Profi-Filmkamera Pentacon AK 16 aus der DDR (siehe Video) ist ein Schmuckstück für jede Filmkamerasammlung und ein Muss für ein fotohistorisches Museum. Das Ganze ist 56 cm hoch und in dieser Kombination gut 4 Kilogramm schwer. 

Das ist eine – wirklich nur eine – der attraktivsten Filmkameras, die Friedrich Lothar Gschrey aus Rohrbach, einer Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen, im Laufe eines reichen Sammlerlebens zusammengetragen hat. 

1938 n München geboren und später in Niederbayern aufgewachsen, erlernte Gschrey den Beruf des Werkzeugmachers und arbeitete danach einige Jahre bei Siemens. Das Sammeln technischer Gegenstände war schon immer eine seiner Leidenschaften. So kam es, dass er nach und nach den verschiedensten Kameraexemplaren ein neues Zuhause schenkte. 

Er war Bastler und fasziniert von technischen Vorgängen jeglicher Art. Das machte ihn im Umkreis bald bekannt, wenn es darum ging, Projektoren zu reparieren.  

Nachdem er mit seiner Familie aufs Land gezogen war und daher immer bis nach Ingolstadt zum nächsten Filmclub fahren musste, entstand aus einer spontanen Idee am 26. März 1975 der Wolnzacher Filmclub. 

Friedrich Gschrey war bis 1985 der 1. Vorsitzende des Filmclubs in Wolnzach und trug mit seinem Fachwissen einen großen Teil zu dessen Entwicklung bei. 

Während seiner Mitgliedschaft wirkte er bei zahlreichen Dokumentationen von Festen und Umzügen in Wolnzach, allgemeinen Filmporträts der Marktgemeinde, bei privaten und Gemeinschaftsproduktionen und vielen filmischen Reportagen bei den  Aufführungen des Laienzirkus Tonelli mit. Auch im Familien- und Freundeskreis war nicht nur bei  Feierlichkeiten die Filmkamera immer mit dabei. 

Für seine Leistungen wurde er zum Ehrenmitglied des Filmclubs Wolnzach ernannt. Mit der Zeit wurde das Filmen allmählich weniger, doch das Tüfteln und Basteln bereitete ihm bis zum Schluss nach wie vor viel Freude. Auch im hohen Alter erfüllte er kleine Aufträge von Bekannten und reparierte und wartete Kameras und Filmzubehör. Als Friedrich Lothar Gschrey nach einem erfüllten Sammlerleben im Juli 2024 starb, entschloss sich die Familie, seine Sammlung von mehr als 250 Filmkameras – wirklich historische Stücke, kaum „moderne“ Super-8-Exemplare – dem Deutschen Kameramuseum zu überlassen. 

Georg Klerner-Preiß, Vorstandsmitglied des Fördervereins Deutsches Kameramuseum in Plech e.V., und sein Enkel Felix Leibold holten bei Liliane Gschrey in Scheyern die Pretiosen aus dem Nachlass ihres Großvaters Friedrich Lothar Gschrey  ab und transportierten die Schätze ins 160 Kilometer entfernte Museum nach Plech.

Der Filmclub Wolnzach bei YouTube

Einige Produktionen des Filmclubs Wolnzach, wie auch eine Heimatproduktion „Die Ilm – von der Quelle bis zur Mündung“ sind unter folgendem Link auf YouTube abrufbar: https://www.youtube.com/@filmclubwolnzach4587.

Friedrich Lothar Gschrey war viel als Kameramann in der Heimat unterwegs.
Georg Klerner-Preiß (rechts), Vorstandsmitglied des Fördervereins Deutsches Kameramuseum in Plech, und sein Enkel Felix Leibold (links) bedankten sich bei Liliane Gschrey aus Scheyern, die die Pretiosen aus dem Nachlass ihres Großvaters Friedrich Lothar Gschrey aus Rohrbach dem Plecher Museum zustiftete. Fotos: privat