Eine sehr seltene Rolleiflex (nur 3.906 Stück wurden gebaut): Die Weitwinkel-Rolleiflex ist die zweiäugige Rollei mit dem größten Bildfeld. Der Blickwinkel beträgt 71 statt normal 56 Grad, das bedeutete ein um 1/3 breiteres und höheres Objektfeld. Es hieß aber auch: weitesten Spielraum in der Wahl des Ausschnitts. Mit ihrem Weitwinkelobjektiv Carl Zeiss Distagon 1:4/55 mm hatte sie zwischen Mai 1961 und 1967 der Rollei-Fotografie einen neuen Ausgangspunkt verschafft. Dieser Siebenlinser wurde von Carl Zeiss, Oberkochen, eigens für die Rollei und ihr Format 6 x 6 entwickelt. Das Ergebnis war, so eine zeitgenössische Publikation, „eine hervorragende Bildschärfe (auch bei offener Blende)“.
Besonderheit: integrierter Newton-Sucher
Die WW-Rollei gehörte zur Modellserie E der Rolleiflex und es gab sie in zwei Ausführungen: mit und ohne Zweibereich-Belichtungsmesser, der auch nachträglich eingebaut werden konnte. Weitere Technik: Synchro-Compur-Verschluss MXV (B, 1 bis 1/500 Sekunde), abschaltbare Zeit-/Blenden-Kupplung, abnehmbarer Lichtschacht (mit integriertem Newton-Sucher und ausklappbarer Lupe).
Das Museumsexemplar ist eine sehr frühe Ausführung
Von Produktionsbeginn 1961 bis 1966 weisen die frühen Ausführungen – wie im Bild oben – unter der Trageschlaufe eine sogenannte „Halbmondmarkierung“ auf. Von diesem Modell I wurden 3.502 Exemplare gebaut, von der späteren Version II aus 1967 weitere 404 Stück. Die Seriennummern haben ein vorangestelltes W und beginnen bei 2490000. Das Museumsexemplar hat die Nummer „W 2490745“, gehört also zu den frühen Exemplaren.
Siehe auch: Tele-Rolleiflex.