Frohes Fest im Deutschen Kameramuseum in Plech: Ein Osternest mit erlesenen Messsucherkameras von Nikon

Bild: Kurt Tauber

Was bei Autoliebhabern Schnappatmung verursacht - ein Hebmüller Cabrio, ein Brezel-Käfer, ein Flügeltüren-Mercedes oder ein Bugatti -, das sind die Nikon-Messsucherkameras für Photographica-Sammler. Mit diesem drastischen Vergleich kann man einem Laien vielleicht nahebringen, was diese Spende von rund einem Dutzend solcher Fotoapparate des Nikon-Spezialisten Lutz Steinfurth aus Wassenberg in Nordrhein-Westfalen bei den Machern des Deutschen Kameramuseums in Plech bei Nürnberg vor Ostern ausgelöst hat: pure Begeisterung.

Wer verschenkt schon einen Flügeltüren-Mercedes?

Die bislang älteste Nikon-Kamera im Deutschen Kameramuseum: eine M von 1949 mit der frühen Seriennummer 890 (die 609 ist eine Typpennummer). Etwa 400 Exemplare kamen aber erst gar nicht in den Handel. Bild: Kurt Tauber

Das Deutsche Kameramuseum besitzt weit über 30.000 Sammlungsstücke aus der Welt der Fotografie, darunter etwa 8.500 Fotoapparate aus aller Herren Länder. Darunter wiederum viele Leicas, einige Hasselblads, eine Reihe Linhofs und prominente Beispiele anderer begehrten Marken. Selbstverständlich auch ein paar Dutzend Nikons. Nur eben bisher keine Messsucherkamera dieses Herstellers.

Und das ist aus verschiedenen Gründen kein Wunder: Kaufen können die Plecher als gemeinnütziger Verein solche Preziosen nicht und wer verschenkt schon einen Brezel-Käfer oder einen Flügeltüren-Mercedes? Und überhaupt wurden die allerersten Nikons gar nicht offiziell in die USA oder nach Europa exportiert, weil sie aufgrund spezifischer Eigenarten (etwa das Negativformat von 24 x 32 statt 24 x 36 mm) im Westen nicht gut angekommen wären. 

Schon deshalb sind heute diese Typen von der Nikon I bis zur S 4 in Deutschland äußerst rar und  entsprechend teuer.

Eine Nikon I, von der nur insgesamt 492 (!) Exemplare verkauft wurden, war nicht dabei, aber auch die Nikon M von 1949 mit der scheinbar hohen Seriennummer 609890 ist ein Schmuckstück par excellence: Die 609 steht nämlich für den Kameratyp, also ist das Museumsexemplar die 890. gebaute Nikon-Kamera überhaupt. Zieht man die rund 400 wegen Qualitätsmängel nicht verkauften Nikons ab, dann ist das Exponat schon eine absolute Rarität unter Sammlern.

Ab Sonntag, 12. April 2026, sind die Exponate auch im realen Museum
bis Ende November an jedem Sonntag von 11 bis 16 Uhr zu bewundern

Erstellt: 06.04.2026