Unbezeichnete Reisekamera aus Holz im Vertrieb von „Deuber & Rau, Spezialhaus für Photographie, Nürnberg“, Alter unbekannt, vermutlich 1910er/1920er Jahre. Eine handlich zusammenklappbare Reisekamera aus Holz mit allen Schikanen einer modernen Fachkamera: Doppelter Bodenauszug, verstellbar durch Zahntrieb, neigbares Visierscheibenteil, Umsatzrahmen für Hoch- und Querformat (maximal: 13 x 18 cm), aufgelegte Messingecken am Kasten und Laufboden. Objektivplatte nach oben/unten und links/rechts verschiebbar. Objektiv: „Kurtar 20 cm“.
Hintergrund:
Das „Objektiv Kurtar 20 cm“ ist hier als „Dummy“ einfach angesetzt, um zu zeigen, wie es in etwa ausgesehen haben könnte. Bei dieser Kamera handelt es sich um das erste Exemplar einer Reisekamera, das Kurt Tauber für seine damals noch kleine Sammlung in den 1980er Jahren erwarb – leider damals ohne Objektiv. Aus einem Stück Messingrohr und einer Linse aus einem defekten Episkop sowie mit viel Bastelgeschick bildete ein Bekannter Taubers in seiner Werkstatt ein „Objektiv“, das sogar prinzipiell funktioniert. Eine Blende ist natürlich nicht eingebaut. Damit kann man Museumsbesuchern das Prinzip einer Kamera samt der auf der Mattscheibe kopfstehenden Bilder gut erklären. Die Bezeichnung „Kurtar“ entstand als Gag, entsprechend Elmar, Radionar, Xenar, Kilar oder Sonnar… Seit 2008 ist die Kamera Bestandteil der Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber.