Eine außergewöhnliche und besonders kleine Laufbodenkamera von G. A. Krauss, Stuttgart, für Rollfilm 129. Baujahr: etwa 1927, Filmformat 5 x 7,5 cm. Sie ist ausgestattet mit Brilliant- und Rahmensucher, der Pronto-Verschluss bietet Verschlusszeiten von 1/25 bis 1/100 Sekunde, B und T. Die Rollette hat ein Objektiv Krauss Rollar Anastigmat 6,8/9 cm, die kleinste Blende ist 25. Der rechteckige, klappbare Standfuß lässt die Kamera als frühes Modell (zwischen 1924 und 1927) einordnen, sie unterscheidet sich aber von den ganz frühen Modellen durch die zweiteiligen Scharnierstreben des Laufbodens, die bei älteren Modellen einteilig waren. Deshalb dürfte das Museumsexemplar um 1927 gebaut worden sein.
Besonderheit dieser Kamera ist ihre geringe Größe bei einem relativ großen Negativformat. Zusammengeklappt hat die Kamera fast die „Taschengröße“ einer Kodak Vest Pocket, liefert aber um etwa 40 Prozent größere Negative. Es gab auch Rollette-Kameras für Rollfilm 127. Die Krauss Rollette wurde von 1924 bis 1931 hergestellt.
Siehe auch das jüngere Modell Krauss Rolette mit Objektiv Anastigmat 1:5,5/9 cm