Eine klappbare Rollfilmkamera der damaligen Oberklasse mit außergewöhnlicher Fokussiertechnik und mit gekuppeltem Entfernungsmesser: die Super Pontura der Balda-Werke in Dresden ist eine Zweiformatkamera für Rollfilm 120 mit den Negativformaten 6 x 9 und 4,5 x 6 cm. Im Sucher sind für das kleinere Negativformat zwei Hilfslinien sichtbar. Zur Nutzung dieses Formats wird eine Maske auf die Filmbühne gelegt. Der zweite Suchereinblick dient dem Mischbildentfernungsmesser, das Sucherbild ist bei diesem zur besseren Unterscheidung gelb eingefärbt. Die Super Pontura ist ausgestattet mit einem Objektiv Schneider-Kreuznach Radionar 1:4,5/10,5 cm mit der Seriennummer 1236973, hergestellt im Jahr 1937. Die Kamera dürfte deshalb aus dem Zeitraum 1937/1938 stammen. Der Zentralverschluss von Compur bietet Belichtungszeiten von 1 bis 1/250 Sekunde, T und B. Der Verschluss wird über einen Gehäuseauslöser bedient. Die Blende lässt sich bis 32 schließen, kürzeste Entfernungseinstellung ist 1,25 Meter.
Die Besonderheit der Kamera: Das Objektiv wird wie bei einer Laufbodenkamera durch das Verschieben der Standarte fokussiert, allerdings über eine aufwendige Mechanik mit einem Schieber, der sich an der Außenseite des Gehäusedeckels befindet.