Ab und an findet man in der Ausstellung des Museums Geräte, die man selbst vorher noch nie gesehen hat – weder in den Regalen und Vitrinen, noch überhaupt. Und niemand weiß, woher das gute Stück kommt und wie und wann es da im Regal gelandet ist. So ein Objekt ist dieser Spielzeugprojektor für Kinder mit dem Phantasienamen PALABA. Also schnell mal ein Foto mit dem Handy gemacht und begonnen, zu recherchieren.
Ein Hersteller war nicht darauf zu entdecken, doch Internetrecherchen ergaben, dass es sich um eine OEM-Version des „Kleinen Kinos – Silberschwalbe“ der Lüdenscheider Firma Markes & Co. KG handeln dürfte. Mehrere Firmen verkauften den Apparat unter den verschiedensten Namen. Nachdem sich Markes und Co. bereits einen Namen mit Metallbaukästen gemacht hatten, brachten sie 1935 einen kleinen, heute fast unbekannten Spielzeugprojektor für den Preis von einer Reichsmark auf den Markt. Er hieß zu Beginn „Das kleine Kino“ und war in den Farben Blau und Rot erhältlich.
Dieses Gerät aus Stahlblech in der Größe von etwa 120 x 85 x 40 mm benutzte einen endlosen Spezialfilm von einem Meter Länge und 11 mm Breite und wurde per Handkurbel betrieben. Diese Filme waren schon wie beim späteren Dux-Kino 68 als Endlosfilm konzipiert, befanden sich jedoch nicht in einer Filmdose, sondern wurden frei in den Projektor eingelegt. Sie waren mit ein paar Sekunden dementsprechend kurz. Im Bild kann man noch Fragmente eines solchen Films erkennen. Die Beleuchtung wurde aus zwei speziellen Rundbatterien 3 LR 12 mit je 4,5 Volt gespeist.