Die Nizo Heliomatic Focovario wurde ab 1960 von Niezoldi & Krämer in München hergestellt und vertrieben. Sie gehört zur Klasse der Doppel-8/Normal-8-Filmgeräte und war eine hochwertige Amateurkamera, die damals zur oberen Preiskategorie zählte. Erste Modelle mit Angenieux-Zoom wurden 1960 vorgestellt. Dieses Museumsexemplar ist eine Ausführung mit dem Schneider-Variogon, welches auf der Photokina 1961 vorgestellt wurde.
Die Kamera besitzt ein fest eingebautes Zoomobjektiv, ein Schneider-Kreuznach Variogon 1:1,8/8–48 mm. Das Objektiv ist nicht abnehmbar, da es direkt mit dem Belichtungsmesser gekoppelt ist. Fokussierung und Zoom lassen sich fein justieren, womit die Kamera damals sehr modern war. Das Zoom konnte elektrisch durch zwei Knöpfe bedient werden, wofür aber eine Batterie erforderlich war.
Angetrieben wird die Nizo Heliomatic Focovario durch ein Federwerk, sodass kein Netz- oder Batteriebetrieb für den Filmtransport notwendig ist. Sie bietet variable Bildraten zwischen 1, 8, 16, 24, 32, 48 Bildern pro Sekunde. Damit deckte sie eine ungewöhnlich große Bandbreite an Filmgeschwindigkeiten ab.
Die Kamera verfügt über einen Reflexsucher mit eingebautem Belichtungsmesser. Die Lichtmessung erfolgt über eine Zelle oberhalb des Objektivs; die Belichtung wird im Sucher per Nadel angezeigt. Der Belichtungsmesser benötigt in manchen Modellen Batterien, während der Filmtransport rein mechanisch funktioniert.