Militärisches, sehr lichtstarkes Spezialobjektiv für Luftbildaufnahmen, gefertigt zwischen 1936 und 1945, Seriennummer 21093. Linsendurchmesser 62 mm, Höhe 80 mm, Breite 89 mm, Gewicht 1.196 Gramm, Gewindeanschluss (65 mm). Das Linsensystem hat bei dem im Jahre 1925 patentierten Xenon von Schneider Kreuznach sechs Linsen in fünf Gruppen, es ist eine asymmetrische Doppel-Gauß-Linsenanordnung. Für ein Objektiv mit 125 mm Brennweite ist das Museumsexemplar mit einer größten Blendenöffnung von 2,0 extrem lichtstark. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass sich die Linsenkonstruktion oder Glasqualität wegen der hohen Anforderungen vom ursprünglichen Xenon unterscheidet.
Produktion mitten im zweiten Weltkrieg
Das Objektiv hat eine stufenlose Einstellung der Irisblende über einen unmarkierten Blendenring. Es war für den Einbau in ein solides militärisches Luftbildkamera-Gehäuse vorgesehen. An dem Blendenring konnte ein Hebel montiert werden, der nach dem Einbau in die Luftbildkamera aus dem Gehäuse ragte und die Blendenjustierung selbst mit Handschuhen ermöglichte. Die Fokussierung erfolgte über das Gehäuse.
Das Objektiv dürfte im Hinblick auf die Seriennummer um 1942 hergestellt worden sein. Das Unternehmen fertigte im zweiten Weltkrieg etwa 45.000 Objektive für Luftbildkameras. Schneider Göttingen (abgekürzt ISCO) war eine Tochtergesellschaft von Schneider Kreuznach, die im Jahr 1936 speziell für militärische Konstruktionen gegründet worden ist.