Eine Zweiäugige Spiegelreflexkamera? Nein! Im oberen Teil der Brillant ist, wie der Name schon andeutet, ein großer Brillantsucher eingebaut. In dem aufklappbaren Sucherschacht kann man das Bild hell und klar in der richtigen Größe auf der Feldlinse sehen. Eine Entfernungseinstellung ist über dieses Bild jedoch nicht möglich. Außerdem muss man die Kamera auf Bauchhöhe halten; geht man näher an den Sucher heran, verschwindet das Bild und es bleibt nur der kreisrunde Lichteinfall durch das Sucherobjektiv. Also eine leichte Sucherkamera im Metallgehäuse für den Rollfilm 120 (Negativformat 6 x 6 cm), mit Befestigungsknöpfen für einen Ledertragriemen. Die Kamera – hier mit dem Verschluss 1/25 bis 1/100 Sekunde und dem Voigtar 1:6,3/7,5 cm – wurde mit der bekannten Dreipunkt-Einstellung: „Landschaft – Gruppe – Porträt“ ausgeliefert, beim Objektiv 1:4,5 jedoch mit Frontlinseneinstellung, weil die höhere Lichtstärke eine feinere Einstellung bedingt. Die Bildnummern werden durch ein selbsttätiges Zählwerk gut sichtbar eingestellt. Ein Filmfenster gibt es auch im Boden. Hier ist vermutlich die zweite Ausführung der Brillant von 1934 abgebildet (die Kamera selbst kam 1932 auf den Markt, drei Jahre nach der Rolleiflex, deren Design sie nachahmt).