Dieses Fernobjektiv (lange Bauweise) namens Triotar ist nach dem Tessar die meistgebaute Linsenkonstruktion von Carl Zeiss Jena, eine Konstruktion vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Es hat drei Linsen in drei Gruppen, hier mit einer Brennweite von 135 mm und einer größten Blendenöffnung von 4,0. Das Museumsexemplar stammt aus dem Jahr 1950, als die Nachkriegsproduktion gerade wieder in größeren Stückzahlen anlief. Die Seriennummer lautet 3366816. Der Tubus ist aus verchromtem Messing, damals Luxusversion genannt, da nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend Aluminium für Objektivfassungen verarbeitet wurde, auch bei diesem Modell.
Zeiss Jena bot das Objektiv in anderer Fassung bereits Anfang der 1940er Jahre für das Kleinbild an, aber erst ab 1950 in dieser Variante. Es hat einen Bajonettanschluss für die Ihagee Exakta Kleinbildkamera, passt somit auch auf die japanischen Topcon R und RE-Modelle. So puristisch die Linsenkonstruktion ist, so einfach ist auch die Handhabung des Objektivs: schlichte manuelle Blendenwahl, kleinste Blende 22, kürzeste Entfernungseinstellung 1,5 Meter. Die Linsen sind bereits vergütet (rotes T). Auch nach heutigen Maßstäben bietet das Triotar trotz seiner Einfachheit eine ausgezeichnete Abbildungsqualität. Im Jahr 1954 wurde es abgelöst durch ein konstruktiv gleiches Triotar in einem etwas voluminöseren Tubus (jetzt stets aus Aluminium) mit Vorwahlblende.