Hubert Adler, Neumarkt

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Bild: Kurt Tauber

2016 erhielt das Deutsche Kameramuseum in Plech eine riesige Spende fotografischer Gegenstände aus dem Nachlass des Neumarkter Sammlers Hubert Adler. Ein paar Dutzend der Schönsten Teile des fast 500 Einzelposten umfassenden Nachlasses präsentierte das Museum daraufhin 2017 in einer Sonderausstellung in einer eigenen Vitrine.

500 erlesene Fotoartikel auf einen Streich

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Der Neumarkter Hubert Adler hinterließ dem Deutschen Kameramuseum seine Sammlung mit über 500 erlesenen Stücken.

Rund 500 verschiedene Stücke aus dem 20. Jahrhundert umfasste die fotohistorische Sammlung des Neumarkter Fotoenthusiasten Hubert Adler (Bild), als dieser am 31. Juli 2016 mit 91 Jahren starb.

Aktive des Deutschen Kameramuseums in Plech – Andreas Wolf, Holger Grzimek und Museumsleiter Kurt Tauber – kehrten am Freitag, 30. September 2016, mit zwei Autos voller wunderbarer neuer Exponate für das Museum aus Neumarkt zurück.

Die Angehörigen des verstorbenen Sammlers haben damit den letzten Willen ihres Verwandten erfüllt und seine fototechnische Sammlung mit rund 500 Einzelteilen (darunter schätzungsweise 350 Kameras, viele Objektive, Blitzgeräte, Balgengeräte, Projektoren, Vergrößerungsgeräte sowie Fachliteratur)  dem Deutschen Kameramuseum in Plech übereignet.

Die erste Sichtung der Neuzugänge war nach zwei Jahren endlich abgeschlossen, die wertvollsten und seltensten der neuen Exponate sind bereits in die Ausstellung integriert. Die anderen “musealen” Stücke sind aufgelistet und werden nach und nach bei Gelegenheit auch auf dieser neu gestalteten Website des Deutschen Kameramuseums vorgestellt. 

Aufgrund der Fülle wird auch das nicht in wenigen Monaten erledigt sein sondern nach und nach erfolgen, weil sämtliche Exponate der Sammlung neu erfasst werden.

 

Mit einer alten Holzkamera, die der kleine Hubert in seinem Heimatort in Schlesien von einem Nachbarn geschenkt bekommen hatte, fing alles an. Damals war der Bub erst zehn Jahre alt. Die Kamera ging in den Kriegswirren verlustig, doch die Leidenschaft für die Fotografie und ihre Gerätschaften sind dem gelernten Elektriker bis ins hohe Alter geblieben. 

Im zweiten Weltkrieg wurde Adler als Flugzeugelektriker eingesetzt und war für die Wartung des deutschen Düsenjägers Messerschmitt 262 zuständig. Beim Baukonzern Sager & Woerner war er später Betriebselektriker und heiratete die Schwester eines Kollegen, mit der er vier Kinder hatte.  

Hubert Adler war auch Gründungsmitglied des Neumarkter Fotoclubs und steuerte zu den Ausstellungen oft seine großformatigen Fotos und Kostproben seiner umfangreichen Fotogerätesammlung bei. Adler verfügte, dass seine Kameras nach seinem Ableben dem  Neumarkter Stadtmuseum übereignet werden sollten. 

Die dortigen Verantwortlichen befanden allerdings, dass die Kameras zu schade dafür wären, im Depot des Neumarkter Museums zu verschwinden, sondern dass sie im spezialisierten Kameramuseum in Plech besser aufgehoben wären, weil sie dort auch den Fotoenthusiasten aus der ganzen Welt präsentiert werden können. 

Die Erben sahen das auch so. Und so kam es, dass Günter Adler, ein Sohn des Sammlers, an einem Sonntag des Jahres 2016 im Plecher Museum auftauchte und sich dort inkognito genauestens umsah, ob dieses Museum als Empfänger des Nachlasses geeignet und würdig sei. Es war es  offensichtlich, denn die Erben Hubert Adlers – Barbara Daigeler, Inge Dornhöfer, Brigitte Fadil und Günter Adler – beschlossen daraufhin, die Kameraschätze dem Deutschen Kameramuseum zu stiften.

Ein paar ausgewählte Stücke haben die Hinterbliebenen, die Kinder und Enkel aber nicht ans Museum gegeben: Jeder hat sich vorher einige Kameras ausgesucht, die sie besonders mit ihrem Vater verbinden. Die Leidenschaft für die Fotografie teilen sie nämlich alle, wie die Nürnberger Nachrichten in einem großen Zeitungsbericht über diese Schenkung damals berichteten.

Präsentation der schönsten Neuzugänge in einer Sonderausstellung

Die Sammlung Hubert Adler wurde zunächst im Depot des Deutschen Kameramuseums in Plech vorsortiert und gesichtet. Aus diesen etwa 350 ausgewählten, teils sehr wertvollen Fotoapparaten des Konvoluts, die den Bestand des Museums dauerhaft bereichern werden, wurden für eine Sonderausstellung im Frühjahr 2017 Dutzende der interessantesten Geräte ausgesucht und – Bild – in einer eigenen Vitrine ausgestellt.

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