Die Wunderwelt der Polaroids

Bild: Kurt Tauber

Der Mythos Polaroid lebt! Eine Sonderausstellung über diese fast schon in Vergessenheit geratene Art der Fotografie zeigte im Kameramuseum vom 6. Oktober bis Ende Dezember 2013 die Vielfalt und Raffinesse der „Hardware“.

Bild oben: Ein seltenes Stück aus der Polaroid-Sammlung im Deutschen Kameramuseum: die Big-Shot für Porträts (Farbfilm Typ 108, Negativformat: 8,5 x 10,5 cm), gebaut von 1971 bis 1973.

Die Wunderwelt der Polaroids

Ein Sahnestückchen der Polaroid-Sammlung im Deutschen Kameramuseum: der Tasmanische Teufel aus dem Jahre 1997, eine Sofortbildkamera für den 600er-Film.

Der Markenname Polaroid war lange Zeit das Synonym für Sofortbildkameras. Selbst wenn Kodak Sofortbildkameras (die später aus Patentrechtsgründen vom Markt genommen werden mussten) verkaufte, sprach das Foto-Volk von „Polaroids“. Auch Fuji stellte – und stellt noch –  Sofortbildkameras her. Heute spielen die klobigen Knipskästen kaum mehr eine Rolle – leider, denn Polaroid-Fotografie hatte schon immer einen eigenen Reiz. Eine Sonderausstellung (vom 6. Oktober bis Ende Dezember 2013) im Deutschen Kameramuseum in Plech zeigte die Vielfalt und Raffinesse der „Hardware“. Später im Jahr 2018 widmeten die Museumsmacher zum 70-jährigen Jubiläum der Polaroid-Technik eine Sonderausstellung in der Museumsgalerie „70 Jahre Polaroid – 70 Polaroid-Fotos“ 

Polaroid produziert übrigens selbst keine Kameras oder Filme mehr, bei eBay gibt es aber oft neuwertige Apparate zu günstigen Preisen. Wenn nur die Filme, die es heute wieder gibt, nicht so teuer wären. 

Das Deutsche Kameramuseum zeigt in der „Polaroid-Vitrine“ wechselnd unterschiedliche Modelle der „Land-Kameras“, wie die Polaroid nach ihrem Erfinder, dem amerikanischen Physiker Edwin Herbert Land (1909-1991) genannt werden.

Übrigens: Sie suchen eine Bedienungsanleitung für Ihre Polaroid-Kamera? Dann sind nutzen Sie unseren Service für Bedienungsanleitungen!

Eine Auswahl von Polaroid-Kameras im Museumsbestand mit einer kleinen Polaroid-Geschichte und viele Abbildungen von Polaroid-Geräten

Ein typisches Einsatzgebiet der Polaroid-Kameras: schnelle Dokumentation von Sammelstücken, ohne künstlerischen Anspruch, mit leichter Hand beschriftet. Einige dieser Polas aus den Anfängen der Sammlung Kurt Tauber überlebten in verstaubten Alben.
"Private" Aufnahmen von der Frau, der Freundin oder einem Modell aus dem Bekanntenkreis gehörten für viele Hobbyfotografen zu den bevorzugten Einsatzgebieten der Polaroid-Fotografie. Damit war der Kreis der möglichen Mitwisser und unfreiwilligen Zuschauer doch entscheidend einzugrenzen. Kein Fotolaborant oder -händler bekam die Bilder zu Gesicht. Achselhaare waren damals übrigens noch kein Styling-Problem, sondern waren ein Zeichen für Authentizität.
Ein Bild aus der Praxis eines Montagetechnikers, Januar 1989. Damals wurde die Polaroid image system mit Funkauslöser für solche Überwachungsaufgaben eingesetzt, was oft einen zweiten Mann ersparte. Aus sicherer Entfernung konnten Aufnahmen von kritischen Maschinenteilen oder von nicht direkt einsehbaren Apparaturen aufgenommen werden. Hier geht es zum Funkauslösers-Set, hier zur Polaroid image system.
Erstes Zimmer von Kurt Tauber in der "Fremde", in Hilpoltstein bei Roth, Mittelfranken, etwa 1971/1972 mit einer Polaroid Land Camera 230 oder ähnlich fotografiert. Bei diesem Trennbildverfahren musste die Positivschicht noch mittels einer Chemikalie nach dem Ausentwickeln fixiert werden. Bei dieser Aufnahme ist übrigens der normalerweise vorhandene weiße Rand abgeschnitten.
Die Fotos der Polaroid Image hatten im Gegensatz zu den nahezu quadratischen Bildern der SX-70-Kameras und der Apparate der 600-Serie ein deutliches Querformat (7,9 × 9,1 cm).
Die Polaroidfotos - hier eine Studie mit der Polaroid Image - wiesen durchaus eine beachtliche Schärfe auf.