Lipca (Lippische Kamerafabrik)

rollop katze quer
Bild: Kurt Tauber

Lippische Kamerafabrik Richter und Fischer GmbH: Die Eheleute Charlotte und Fritz Richter betrieben seit 1932 in Tharandt bei Dresden eine Kamerafabrik. Schon 1934 brachten sie die zweiäugige Spiegelreflexkamera „Reflecta“ auf den Markt, die der Kamerahersteller Ferdinand Merkel schon weitgehend konzipiert hatte. Die Kamera wurde ein großer Verkaufserfolg. 1948 wurden die Richters enteignet, das Werk wurde als „VEB Reflekta Kamerawerk Tharandt“ fortgeführt. Bereits kurz zuvor übersiedelten die Richters in den Westen und wollten bereits 1948 gemeinsam mit Karl Fischer ein Kamerawerk in Westfalen gründen.

Als Fritz Richter in der Planungsphase dieses Unternehmens Anfang 1948 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, gab Charlotte Richter nicht auf. Sie gründete wenige Monate später die „Lipca“, die Lippische Kamerafabrik Richter und Fischer GmbH mit Sitz in Barntrup/Lippe. Deren Kameras namens Flexo, Flexora und Rollop waren ebenfalls zweiäugige Spiegelreflexkameras wie die Reflecta, die Flexo von 1948 hat große Ähnlichkeit mit der Reflecta. Lipca war ein kleines Unternehmen, beschäftigte in den 1950er Jahren etwa 50 Mitarbeitende, pflegte aber gute Beziehungen zum Kamerahersteller Plaubel in Frankfurt, produzierte zeitweise auch für diesen. Bereits 1962 stellte Lipca seine gesamte Produktion ein.