Ein offenbar sehr seltenes Messing-Objektiv, zu dem im Internet trotz intensiver Recherchen rein gar nichts zu finden war. Fündig wurden wir schließlich – nicht zum Objektiv selbst, aber zur Firma – in einem Ausstellungskatalog über die Nürnberger Kameraindustrie.
Brunck Söhne war von 1876 bis 1909 in Nürnberg ein großes Unternehmen für eine Vielzahl fotografischer Artikel, stellte unter anderem Holzkameras her, aber keine Objektive. Größere Unternehmen ließen aber damals vom Objektivhersteller ihren Firmennamen auf den Objektivtubus gravieren, so auch hier. F. Brunck Söhne pflegte schon in den ersten Jahren nach Gründung geschäftliche Kontakte zum bekannten Objektivhersteller C. A. Steinheil & Söhne in München, von dem auch das Museumsexemplar stammen dürfte. Dass man den eigenen Firmennamen als „Hersteller“ eingravierte, war damals wie heute ein übliches Geschäftsgebaren.
Das Objektiv hat einen Tubus aus Messing, ist 85,5 mm lang, der Durchmesser des Tubus beträgt 50 mm. Es hat vier Linsen in zwei Gruppen, von denen die hinteren Linsen verkittet sind. Die Frontlinse hat einen Durchmesser von 40 mm, die hintere von 38 mm. Der Abstand der Linsengruppen zueinander (Mitte-Mitte) beträgt etwa 55 mm. Der Tubus hat etwa mittig einen Schlitz für eine Einschubblende.