Fotoausstellung: „11 Jahre Deutsches Kameramuseum in Plech“

Museum von außen

Seit 11 Jahren bestand 2022 das „reale“ Deutsche Kameramuseum im Obergeschoss der Plecher Grundschule, das „virtuelle“ Museum gibt es schon seit 25 Jahren. Nachdem die geplanten Feiern zum Zehnjährigen im vergangenen Jahr wegen Corona ins Wasser fielen, wollten die Museumsmacher in diesem Jahr zum „11-Jährigen“ an diese Zeit voller Euphorie, Improvisationen und hochfliegender Pläne erinnern. 

Inhaltsverzeichnis

"Tag der offenen Tür" am 2. Oktober 2022: Vernissage zum Rückblick in Bildern

Angesichts der Vielzahl von Veranstaltungen nicht nur in Plech an diesem Wochenende waren die Museumsmacher mit der Resonanz des Tags der offenen Tür am Sonntag, 2. Oktober 2022, durchaus zufrieden. Schließlich hatte man sich den Termin und die Veranstaltung erst zwei Wochen vorher einfallen lassen. Aber so ganz ohne Rückblick wollte man nach dem wegen Corona ausgefallenen „Zehnjährigen“ das „Schnapszahlenjubiläum“ nicht vorbeigehen lassen.

Bei der zwanglosen Vernissage in der Aula waren die Museumsmacher und -Freunde noch weitgehend unter sich, doch bis zum Spätnachmittag wurden rund 60 interessierte Besucher aus Plech, den Nachbarorten und aus ganz Franken willkommen geheißen.

Pünktlich zu diesem „Schnapszahlenjubiläum“ hat Museumsgründer Kurt Tauber in seinen Fotoarchiven gekramt und eine Bilderstrecke für die Treppenhausgalerie zusammengestellt, die einen eindrucksvollen Blick „hinter die Kulissen“ gestattet. Viele der heute Aktiven im Verein haben nämlich diese wilden Anfangszeiten gar nicht miterlebt, die wenigsten Besucher haben verfolgen können, wie alles anfing, was sich hinter den Kulissen so getan hat, was in all den Jahren an Bauarbeiten geschah, an Neuzugängen bewältigt und an Ausstellungen und Workshops organisiert wurde. Die Bilderschau vermittelt genau diese Eindrücke von damals bis heute. 

Bei der Vernissage in der Treppenhausgalerie des Kameramuseums unterhielt Tauber die Besucher mit Geschichten und Anekdoten aus den letzten 14 Jahren, denn die Anfänge des Plecher Museums gehen auf das Jahr 2008 zurück. Tauber erinnerte daran, dass man ohne jegliches Vereinsvermögen gestartet sei. Die ersten Vitrinen wurden beispielsweise mithilfe von Privatdarlehen der Gründungsmitglieder angeschafft. 

Dass das „Jubiläum“ nicht größer gefeiert wurde hängt auch damit zusammen, dass beispielsweise Thomas Wanka, Kurt Tauber und Dr. Alexander Eisgrub seit Monaten täglich mit dem Relaunch der Webseiten schwer beschäftigt waren. Die Beta-Version www.kameramuseum.de zeigt bereits, wo die Reise hingeht: Es entsteht eine umfassende Datenbank mit bald Tausenden von Exponaten, die nach bestimmten Kriterien sortiert werden können. Zum Beispiel nach Namen, Kameratyp, Filmtyp, und bald mehr. Je nach Kategorie/Sammlungsgebiet stehen strukturierte Objektdaten zur Verfügung, wie z.B. Negativformat, kürzeste Verschlusszeit, Lichtstärke des Objektivs, Hersteller, Produktionsort, Gehäusematerial, Gewicht und vieles mehr. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Kameramuseums in Plech. 

Und erstmals können auch Schätze integriert werden, die nicht der Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber gehören sondern externen Sammlern. Den Anfang macht die Digitale Nikon-Ausstellung mit den schon sensationellen Geräten von Ralf Peter Müller. Aber auch eigene Digitale Ausstellungen können aus den Objekt-Bausteinen zusammengestellt werden, wie die Digitale Ausstellung über die Sammlung des Agfa-Managers Dieter Schade zeigt.

 

Anfänge, Einweihung, Bauarbeiten

2008, September:
Die ersten paar Dutzend Pakete mit Exponaten
Die ersten paar Dutzend Kartons, vollgepackt mit Exponaten aus der privaten Sammlung Kurt Tauber, trudeln in einem der leerstehenden Klassenzimmer der Grundschule Plech ein. Hunderte, ja Tausende folgten bis zum heutigen Tag.
2012, Pfingsten: Große Einweihungsfeier in der Mehrzweckhalle
Mit mehr als 100 geladenen Gästen feierte das Deutsche Kameramuseum in Plech am Pfingstsamstag 2012 seine Einweihung in der Mehrzweckhalle. Der Plecher Posaunenchor sorgte für die musikalische Umrahmung, die Ansprachen von Fördervereins-Vorsitzendem und Bürgermeister Karlheinz Escher, Schriftführer Stefan Brand und Museumsgründer Tauber sorgten für ausreichend Diskussionsstoff für das ganze Festwochenende.
2012, Die Drei vom Bauhof
Das sind drei Plecher, ohne die es das Deutsche Kameramuseum in Plech trotz aller Exponate nicht geben würde: die drei Männer des Bauhofs Plech, die seit 2008 anpackten, wenn mal wieder eine schwergewichtige Kamera angeliefert wurde oder eine Spedition Glasvitrinen brachte und denen bei der Einweihung besonders gedankt wurde. Von links: Eduard Ziegler, Uwe Unden und Johann Steger. Ziegler und Steger sind inzwischen im Ruhestand.
2012: Auch der Heimatverein Plech half fleißig mit
Plecher Vereine - vom Posaunenchor bis zum Heimatverein - unterstützten den Förderverein bei der Ausrichtung der Einweihungsfeier am 26. Mai 2012 in der Mehrzweckhalle. Unser Bild zeigt Teile des Büfetts, das die Damen des Plecher Heimatvereins e. V. liebvoll zur Bewirtung aufgebaut hatten. Mitglieder dieses Vereins hatten auch die Tische und Bänke in der Mehrzweckhalle aufgestellt.
2012: Kameraskulptur am Plecher Kreisel
Pünktlich zur Einweihungsfeier wurde das von Auszubildenen und Studierenden der Pegnitzer Pumpen- und Armaturenfabrik KSB entworfene und hergestellte Kamera-Kunstwerk auf dem Plecher Verkehrskreisel unweit der Autobahn enthüllt: 4,40 Meter hoch und 240 Kilogramm schwer - also etwa die gleichen Dimensionen wie die große Reprokamera von Falz & Werner.
2013: Der ungenutzte Dachraum wird zum Museums-Depot II
Im Keller hatte das Museum von Anfang an einen großen Lagerraum, der sich zusehends füllte so dass bald die Idee aufkam, den bislang ungenutzten Dachboden (Bild) direkt neben den Museumsräumen auszubauen. Dazu musste Dämmmaterial verlegt und ein stabiler Fußboden eingezogen werden. Der Raum ist längst schon wieder zu klein.
2013: Das Treppenhaus zu den Museumsräumen wird abgetrennt
Aus Gründen des Feuerschutzes musste die Grundschule Plech 2013 den neuen Vorschriften baulich angepasst werden. Damit ergab sich eine räumliche Trennung des Treppenhauses zum Kameramuseum (Bild) durch eine Abmauerung und den Einbau von Feuerschutztüren in jedem Geschoss.
2017: Im Schulgebäude werden neue Sanitäranlagen eingebaut
Die Jahrzehnte alten WC-Anlagen wurden 2017 im gesamten Schulhaus modernisiert, wovon auch das Kameramuseum profitierte.
2017: Die Bundesregierung spendiert der Schule einen Aufzug
Dank eines Förderprogramms der Bundesregierung bekam das Plecher Schulhaus einen Außenaufzug über drei Stockwerke.

Ausstellungen, Fotobörsen, Workshops, Besuchergruppen

2014: „25 Jahre Mauerfall“ Thema der ersten Fotoausstellung
2014, Start einer Ausstellungsserie: Am "Absperrband" (von links): Fotoreporter-Legende Herbert Piel, Bürgermeister und Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Escher, der Regierungspräsident von Oberfranken, Wilhelm Wenning, Kurator Jens Werlein und Museumsleiter Kurt Tauber.

Die erste große Plecher Fotoausstellung in der neuen Treppenhausgalerie am 9. November 2014 war einem Generalthema gewidmet: dem Mauerfall am 9. November 1989, der „Frontstadt“ Berlin und der Ex-DDR: drei Fotografen, drei Temperamente, drei Herangehensweisen. Titel: „Wahnsinn! Wahnsinn! Wahnsinn!“

Was Herbert H. Piel (Boppard), Jens Horst Werlein (Schwäbisch Gmünd) und Kurt Tauber (Pegnitz) „damals“ sahen und im Bild festhielten – ebenfalls „Wahnsinn“, jeder zu seiner Zeit und am jeweiligen Ort. Und interessanterweise einer nach dem anderen.

Das war der Start zu einer Reihe anspruchsvoller Fotoausstellungen. Die aktuelle im Jahre 2022 ist ein Rückblick in eigener Sache, der einen Blick „hinter die Kulissen“ ermöglicht.
2017: Die zweite Fotobörse in der Plecher Mehrzweckhalle
Eine neue Attraktion für die deutschen Photographica-Sammler etabliert sich: Das Plecher Museum startete 2016 seine Fotobörsen, die inzwischen in die vierte Runde gingen. Hier ein Blick in die Mehrzweckhalle mit dem Börsenbetrieb des Jahres 2017.
2017: Gigantische Porträts auf LKW-Plane
Man muss schon ganz genau hinschauen, um zu erkennen, dass hier die jeweiligen "Models" für die gigantischen Farbporträts (jeweils 100 mal 150 Zentimeter) vor ihren Konterfeis stehen. Von links: Jens Werlein, Stefan Lorenz (†) und Martin Schmidgall. Rechts im Bild der Kölner Künstler Raffaele Horstmann, der hunderte Stunden mit der Ausarbeitung der Fotos am PC beschäftigt war.
2017: Porsche-356-Schau vor dem Kameramuseum
Nach den Trabis, den Opels, und den seltenen Porsches 914 war das 2017 ein weiterer Höhepunkt der Serie "Auto- & Kameraveteranen“: 2017 veranstaltete die Clubsektion Nordbayern des Porsche 356 Club Deutschland e.V. ihre traditionelle Frühjahrsausfahrt mit 22 Teams aus Bayern und Baden-Württemberg, deren liebevoll gepflegte Porsche-Oldies in den 1950er und 1960er Jahren produziert wurden. Eine Etappe: ein Fotostopp am Deutschen Kameramuseum in Plech mit Besuch der Ausstellung. Weitere "Oldtimer-Besuche" folgten.
2019: Vor „Corona“ kamen auch viele Busgruppen
Vor Corona kamen auch regelmäßig Busgruppen aus ganz Deutschland ins Plecher Museum. Hier beispielsweise 42 Fotointeressierte einer Berliner Reisegruppe, die in der Fränkischen Schweiz ein paar schöne Urlaubstage verlebte. Die teils sehr fachkundigen Gäste waren übrigens in einem 32 Jahre alten Oldtimerbus mit H-Kennzeichen unterwegs.
2020: Auch in der „Winterpause“ herrscht rege Betriebsamkeit
Auch in den Wintermonaten geht es im Deutschen Kameramuseum rund: Die "Winterpause" im Dezember und Januar wird intensiv für Umgestaltungen oder - wie hier durch Wolfgang Schanderl (links) und Andreas Wolf - zur Sichtung und Katalogisierung der Neuzugänge genutzt. Dann können die Kisten und Kartons in den Museumsräumen ausgebreitet werden und auch mal länger stehen bleiben, weil nicht am nächsten Sonntag Besucher erwartet werden.
2021: Das allererste Depot wird neu gestaltet und systematisiert
Die wohl größte Auf- und Umräumaktion der letzten zehn Jahre war die Neugestaltung des Museumsdepots I im Kellergeschoß der Schule: Hier räumten fleißige Vereinsmitglieder in wochenlanger Arbeit während der Schulferien das Depot leer, ordneten die Regale neu an und sortierten doppelte Geräte aus. Hier ein Blick ins "Zwischenlager", dem Gang zu den Fachräumen der Schule.
2021: Erfolgreicher Sonderverkauf in der „Agfa-Halle“
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In der so genannten Agfa-Halle sortierten die Aktiven des Museums wochenlang Exponate aus der Sammlung Dieter Schade und glichen diese mit dem Museumsbestand ab. Mehrfach vorhandene Exemplare wanderten in den Sonderverkauf.
Nach monatelangen Vorbereitungen veranstaltete der Förderverein - hier Vorsitzender und Schatzmeister Thomas Wanka an der Kasse - am 19. September 2021 in einer angemieteten 500-Quadratmeter-Halle neben McDonald's eine riesige Fotobörse - nicht nur, aber vor allem mit den überzähligen, weil doppelt vorhandenen Agfa-Pretiosen aus der 3.000 Positionen umfassenden Spende von Dieter Schade.

Impressionen von der Vernissage "11 Jahre Kameramuseum"

Bei der zwanglosen Vernissage in der Aula am Sonntag, den 2. Oktober 2022, waren die Museumsmacher und -Freunde noch weitgehend unter sich, doch bis zum Spätnachmittag wurden rund 60 interessierte Besucher aus Plech, den Nachbarorten und aus ganz Franken willkommen geheißen. Bürgermeister Karlheinz Escher, der auch Gründungsvorsitzender des Fördervereins war und der die Marktgemeinde in der „Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber“ vertritt, begrüßte die Gäste und blendete kurz zurück, bevor Kurt Tauber  durch die Fotoausstellung führte. 

Wichtige Meilensteine sprach Bürgermeister und Gründungsvorsitzender Karlheinz Escher (rechts) in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung an und dankte den Aktiven für ihren Einsatz und für das Erreichte in den letzten Jahren bevor Kurt Tauber  (Zweiter von rechts) durch die Fotoausstellung führte. Links im ersten Bild der neue Vorsitzende Thomas Wanka.
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In der Treppenhausgalerie des Kameramuseums unterhielt Museumsgründer Tauber die Besucher mit Geschichten und Anekdoten aus den letzten 14 Jahren, denn die Anfänge des Plecher Museums gehen auf das Jahr 2008 zurück. Tauber erinnerte daran, dass man ohne jegliches Vereinsvermögen gestartet sei. Die ersten Vitrinen wurden mithilfe von Privatdarlehen der Gründungsmitglieder angeschafft.
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Erinnerungen wurden ausgetauscht und Zukunftspläne geschmiedet. Hier (von links): Museumsgründer Kurt Tauber, Brigitte Aßmann und der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Plech und langjährige Gründungsvorsitzende des Fördervereins, Karlheinz Escher.
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Zahlreiche Renovierungsarbeiten waren auch noch nach der der Eröffnung zu stemmen. Auch daran wurde mit einigen Fotos erinnert - vom Umzug der Depots bis zum Anbau eines Außenaufzugs.
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Auf über 30 Fotografien aus der Zeit von 2008 bis 2022 erinnert der Förderverein Deutsches Kameramuseum an die Anfänge des Kameramuseums in Plech, das jetzt seit elf Jahren der Öffentlichkeit zugänglich ist.
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Die großformatigen Farbbilder zeigen einen - kleinen - Querschnitt der Aktivitäten und Bauarbeiten, Workshops und Ausstellungen und geben einen Rückblick auf die offizielle Eröffnungsfeier an Pfingsten 2012 in der Mehrzweckhalle.
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Als Hommage an den "LIEBEN KURT" (Tauber) brachte Georg Klerner-Preiß dieses aktuelle Filmplakat als Überraschung für den Museums- und Stiftungsgründer Kurt Tauber mit.
Ein Gruppenbild mit Filmplakat in passender Atmosphäre vor dem monströsen 35-mm-Kinoprojektor. Von links: Karlheinz Escher, Erster Bürgermeister von Plech und langjähriger Gründungsvorsitzender des Fördervereins, Anna Borek, Polaroid-Fotografin und aktives Mitglied für den Museumsdienst, Dr. Alexander Eisgrub, Web-Redakteur und Spezialist für alte (Agfa) Kameras, Heinz Stark, Marktgemeinderat und zweiter Bürgermeister sowie Beisitzer im Förderverein, Museums- und Stiftungsgründer Kurt Tauber und Thomas Wanka, Vorsitzender des Fördervereins.
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Anlässlich der Vernissage zu "11 Jahre Deutsches Kameramuseum" wurde auch offiziell der neue Internetauftritt (www.kameramuseum.de) mit den Digitalen Ausstellungen (gefördert aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien) und einer strukturierten Datenbank für die Sammlungsobjekte aus der Taufe gehoben und interessierten Besuchern vorgestellt, auch mit einem Blick "hinter die Kulissen" auf das so genannte "Back End".