Russische zweiäugige Spiegelreflexkamera (1949 bis 1956) für den Rollfilm 120/620/B 2 (Aufnahmeformat 6 x 6 cm). Manuelle Fokussierung, Lichtschachtsucher, mechanischer Zentralverschluss bis 1/200 Sekunde, manuelle Belichtungssteuerung, Objektiv: 1:4,5/75 mm.
Unter den sowjetischen 6 x 6-Kameras, wie Lubitel, Sputnik und Saljut, war die Lubitel („Amateur“) die billigste Kamera in der UdSSR war. Trotzdem war diese echte zweiäugige Spiegelreflex, die man für etwa 10 Rubel erwerben konnte, weit mehr als eine einfache Boxkamera.
Das Objektiv ist ein Triplet T-22 mit 1:4,5/75 mm. Die Scharfeinstellung des Mattscheibenbildes geschieht durch Drehung am Sucher- oder Aufnahmeobjektiv, die durch Zahnradtrieb miteinander verbunden sind. Die Scharfeinstellung ist zuverlässig, da das Sucher-Objektiv eine größere Lichtstärke als das Aufnahme-Objektiv hat. Das Sucherbild in der Klarglaslupe ist auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen außerordentlich hell. Das strahlend helle Bild im Sucher der Lubitel unterscheidet sich vorteilhaft von dem gewohnten dämmerigen Mattscheibenbild vieler anderer Spiegelreflexkameras. Im Lichtschacht des Suchers ist eine einschwenkbare Zusatzlupe befestigt, mit deren Hilfe der Mattscheibenfleck in fünffacher Vergrößerung betrachtet werden kann. Für Sportaufnahmen kann der Lichtschacht mit ausgeklinktem Deckel als Durchsichtsucher benutzt werden.
Der Zentralverschluss ist auf B sowie Zeiten von 1/10 bis 1/200 Sekunde einstellbar. Der Verschluss hat keinen Synchronkontakt für Blitze. Der aus Bakelit gepresste Kamerakörper hat an der linken Seite Raum für die Aufnahme zweier Filter, der mit einem schwenkbaren Deckel verriegelt werden kann.
Gebaut in rund 1.000.000 Exemplaren. Siehe auch: GOMZ Luna und GOMZ Lubitel 2.
Vom Gehäuse her war diese Kamera eine sehr getreue Kopie der Brillant-Modelle von Voigtländer.