Seit wann gibt es welches Filmmaterial?

kb dosen 3kg
Bild: Kurt Tauber

Auch wenn die filmbasierte (analoge) Fotografie noch keine 200 Jahre alt ist, existieren doch viele unterschiedliche Angaben darüber, wann welche Entwicklung stattgefunden hat - je nachdem, ob man die Erfindung, die Patentierung oder die Markteinführung als Datum heranzieht. Im Folgenden wird ein grober Versuch unternommen, die verschiedenen Aufnahmematerialien zeitlich etwas einzuordnen.

Jahr des ersten Erscheinens

Symbolische Abbildung des Typs

Die häufigsten Anwendungen

1850 / 1851:

Kollodium-Nass-Platte

nasskollodium

Verschiedene Plattenformate möglich je nach Größe der Kamera.

glasplatten9x12

Verschiedene Plattenformate möglich je nach Größe der Kamera.

Es gibt viele verschiedene Rollfilme. Zum Beispiel: 127, 120/220, 620 oder 828

1893:

35 mm breiter Film mit doppelseitiger Perforation (William Dickson)

35 mm sw filmstreifen

Das meistbenutzte Filmformat für Kinofilme. Daraus ging 1913 der Typ 135 hervor.

kodak 120er diverse

Es gibt mittlerweile viele Versionen. Die bekanntesten: Rollfilm 127, 120 und 620. Übliche Formate von 3 x 4 cm bis 6 x 9 cm.

filmpacks

Wie bei den Glasnegativen sind hier die verschiedensten Formate möglich, teilweise hat jeder Hersteller andere Formate produziert.

kb film 24x36

Die geläufigsten Negativformate sind: 18 x 24, 24 x 24 und 24 x 36 mm. Aber es gibt auch breitere Negative (beispielsweise für Panoramakameras).

edixa 16 film

Unperforiert, einseitig oder doppelseitig perforiert in diversen Konfektionierungen – zeitweise noch bei eBay zu haben.

agfa rapid system

Abart des Kleinbildfilms 135 in anderer Patrone (nahezu identisch mit den späteren Agfa-Rapid-Patronen).

minocolor 3

Filme in Tageslichtkassetten für Minox-Kleinstbild- und andere Mini-Kameras mit 36 oder 15 Aufnahmen. Sind heute noch gebräuchlich und im Handel erhältlich.

1947: 

Polaroid-SW-Fotos

1963: Polaroid in Farbe

polaroid polapan 200.

1947 stellte Edwin Land in den USA den ersten Sofortbild für schwarzweiße Bilder vor. Der Siegeszug der “Polaroids” begann. 1963 wurden die Fotos farbig.

film126

Das war nicht der ganz große Erfolg, obwohl nach dem Erfinder Kodak auch alle anderen großen Filmhersteller diese Konfektion auf den Markt brachten. 

agfa iss rapid

Das war die Antwort von Agfa auf den Kodak-126er-Film. Sogar einige japanische Firmen sprangen auf diesen Zug auf. Ein großer Erfolg war das Rapid-System aber nicht.

pocketfilm 110

Es gab eine Flut von meist einfachen Pocket-Knipskästchen, aber wenige “richtige” Kameras für dieses System. Die DDR hatte bald ein Konkurrenzprodukt: die “Kassette 16”.

disc film

Der Disc-Film hatte 15 Negative auf einer kreisrunden Scheibe und ermöglichte flache Kameras. Allerdings war die  Bildqualität schlecht.

kb filmpatrone für übersicht

Die automatische Ablesung der Filmempfindlichkeit auf der Patrone beseitigte Fehlerquellen beim Fotografieren und brachte mehr Bedienungskomfort.

aps daten

Auch diese Neuerung (drei Formate, Datenspeicherung und mehr) war nach kurzer Zeit wieder verschwunden. 2011 wurde die Produktion offziell eingestellt.

Der Filmmarkt ist einem ständigen Wandel unterworfen. Kodak, Agfa und Polaroid haben längst die Filmproduktion eingestellt, aber es gibt Nachfolge-Firmen, die unter diesen Markennamen produzieren oder verkaufen. Selbst Pocket- und APS-Filme soll es wieder geben – einfach mal googeln…